Drei-Affen-Theater
Vielleicht liegt es an der Dichte der Theaterwände, die für Schallschutz sorgt. Dass Ereignisse von außen nicht hereindringen. Dass weder die Menschen darin noch die Institutionen als solche erreicht werden. Dass das zarte Zischen einer Kerze, zertreten von einem Stiefel, nicht gehört wird. (Aber natürlich nicht; zu weit weg, zu klein, zu schnell). Auch nicht das Husten von den Autoabgasen der Dutzende Polizei -wagen, als ganze Nachbarschaften und bestimmte Stadtteile zu sogenannten kbOs erklärt werden.
Nicht das Auflegen des Telefons, das Zuschlagen von Türen, die leise Landung von Emails in Posteingängen – Töne der endenden Kooperationen, die Absagen von Auftragsarbeiten, der Rückzug von Preisen, von Ein -ladungen, der Verlust von Einkünften. Weder die willkürlichen Entscheidungen von Stadt -verwaltungen, mit denen jahrhundertealte Symbole sowie Menschen und Gemeinschaften kriminalisiert werden. Noch das Erschrecken der Schüler:innen, als sie Gewalt von ihren Lehrer:innen erfahren.
Kaum das Entsetzen der freischaffenden Künstler:innen über den Versuch, die künstlerische Freiheit anzugreifen, wenn die Finanzierung des Kultursektors von politischen Ansichten abhängig gemacht wird. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 99
von Allex. Fassberg
Wie fühlt es sich eigentlich an, in einem der größten zusammenhängenden Betonfundamente Euro - pas – dem Hannoveraner Ihme-Zentrum – aufzuwachsen? «Betonklotz 2000» erzählt die Geschichten vier junger Menschen, für die dieses, einst als utopisches Stadtkonzept geplante Bauwerk, soziale Ungleichheit und Realität bedeutet. Zwischen Verfall und Gentrifizierung...
In Sachsen wird dieses Jahr die Demokratie verteidigt. Auch in Thüringen und Brandenburg. Drunter wird das nichts. Die Erzählung wird überall die gleiche sein: Antidemokraten gegen Demokraten. Mit dem Ergebnis kurioser Parteienbündisse und Parteivorsitzender in Erklärungsnot sowie einer rechten Minderheit (auch 30 Prozent sind eine Minderheit), die lauthals nach...
Die Leute, die man am ersten Tag in der Uni trifft, bleiben für immer deine Clique»: Bei Lars Werners neuestem Stück sind das Silvio, ein weißer deutscher Mann aus Frankfurt; Roya, eine deutsche Journalistin of Color; Marin, ein weißer Mann (möglicherweise aus Köln) und Lou, eine Gender-non-konforme Wissenschaftler:in und Ak -tivist:in aus Tschechien. Das erste Mal...
