Drehbühne Deutschland

Hans Fallada «Ein Mann will nach oben»

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Anfangsstation: Bahnhof, Ort der Unruhe, des Auf­bruchs und Durchgangs. Im Bochumer Schauspielhaus bleibt auf weitgehend leerer Bühnenfläche, über die Raimund Bauer nichts als eine Lichtbrücken-Installation hängt, die Drehscheibe der konkrete und metaphorische Ort des Karl Siebrecht. Der 16-Jährige kommt, mutterseelenallein, aus der Uckermark ins Berlin der späten Gründerzeit, mit nichts als seinem Aussehen, guten Manieren, hellem Verstand und dem Willen nach oben. Als erstes trifft er das Arbeiterkind Rieke aus dem Wedding, etwa gleichalt und ebenso auf sich gestellt.

Sie ist das Herz, wo Karl der Kopf ist, sie ist pragmatisch, wo er Skrupel hat in Fragen der Ehre und seines Egos. Karl, zunächst Dienstmann und Aushilfszeichner, wird Erfolg haben als Fuhrunternehmer, der die Gepäckbeförderung der prosperierenden Hauptstadt auf die Räder stellt (zuerst von Pferdewagen, dann von Automobilen), nach dem Krieg mit seinen Depressionen und Zerrüttungen als Schieber.

Hans Falladas Romanheld, vor 37 Jahren in einer sehr ansehnlichen ZDF-Verfilmung von Mathieu Carrière verkörpert, ist ein Enthusiast der Zukunft, aber sein Ziel nicht das Glück, sondern das Gelingen. Karl Siebrecht (bei Felix ...

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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Chronik: Bochum Schauspielhaus, Seite 64
von Andreas Wilink

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