Die Zeit läuft ab
Die brutalen Folgen des Klimawandels werden sichtbar: Der Meeresspiegel steigt, Dürre- und Hitzeperioden nehmen zu, Hochwasser, Stürme und Überschwemmungen richten Verwüstungen an. Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt dramatisch. Viele Tier- und Pflanzenarten sind bedroht oder bereits ausgestorben. Die Klimakrise schreitet jeden Tag voran, global und allgegenwärtig. Das terrestrische Schicksal hängt vom Handeln des Menschen ab.
Nicht zuletzt der Ukrainekrieg und die damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland haben uns noch einmal plastisch die fortdauernde Abhängig -keit Europas von fossilen Brennstoffen vor Augen geführt. Und wollen wir die Erde retten, müssen wir umdenken und schnellstens handeln. Mögliche oder auch unmögliche Zukunftsszenarien entwirft der australische Autor Finegan Kruckemeyer mit seinem Stück «Der lange Schlaf».
Es ist das Jahr 2030: Umweltkatastrophen, Lebensmittelknappheit, Unruhen, Geisterstädte. Menschen sterben, viele sind auf der Flucht. Die Regierungen rund um die Welt – Politiker:innen, Wissenschaftler:innen, Expert:innen – arbeiten daran, Lösungen zu finden. Die Situation zwingt zu einer globalen Zusammenarbeit entgegen allem Ressentiment. Der ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 155
von Beate Heine
Wenn das «Das neue Leben» ist? Große weite leere Bühne mit einer Art Schiedsrichterleiter und einem automatischen Klavier, die später von einem martialischen Lichtrührkreisel abgelöst wird? Ein paar demonstrativ verloren wirkende Schauspieler:innen spielen sich schüchtern bis verlegen einen Text zu, der von strikter Liebesverleugnung und Sublimationskunst handelt....
Als ich im Jahr 2004 im Schauspielhaus Bochum in einen Lift auf den Weg nach oben Richtung Intendanz stieg, stand da ein Edding-Graffiti: «Don’t cry – work». Schon damals fand ich diese neoliberale Selbstausbeutungsdevise ziemlich strange und widerlich. Der Spruch passte perfekt in ein Haus mit brüllendem Intendantenchef, der später die Schauspielstudentinnen mit...
Magdalena Schrefel hat in ihrem neuen Schauspiel einen ganz und gar sonderbaren Ort erfunden: eine rätselhafte Institution, in der das vielleicht Flüchtigste überhaupt aufbewahrt, katalogisiert, beschlagwortet und in eine konsistente Ordnung gebracht werden soll – ein Archiv der Tränen. Einem ersten Impuls folgend möchte man wohl von einer gleich doppelten...
