Die vier letzten Menschen
An diesem Unort war mal etwas los. Was auch immer. Jetzt stapeln sich dort kaputte Stühle. An den Seiten Vorratsregale, auf denen kuriose, aber auch ganz normale Instrumente liegen, ein E-Piano und ein E-Cello. In der Mitte ein alter elektrischer Generator, der offenbar zu einer Belüftungs -anlage gehört. Links ein großer Lautsprecher, auf dem ein Tablett voller Gläser steht, die klirren, wenn die Box später markerschütternde Brumm -geräusche von sich gibt. Rechts Wasservorräte in Flaschen und Kanistern.
Das Licht ist dunstig und düster wie die Stimmung, die über dem Abend im Stuttgarter Kammertheater liegt: «Das irdische Leben», eine Produktion das Schweizer Regisseurs Thom Luz und seines Ensembles, eine Mischung aus inszeniertem Konzert und Performance. Im Mittelpunkt Musik von Gustav Mahler: auskomponiertes Zerfallen und Ersterben, in dem aber jederzeit Hoffnung und Übermut aufglimmen können. Mahlers Musik spricht immer von der Gleichzeitigkeit der Dinge: Transzendentes trifft auf Diesseitiges, Glück auf Trauer, Schönes auf Hässliches, Ernst auf Ironie. Tragik und Trivialität existierten schließlich auch im Leben gleichzeitig, so Mahler.
Luz’ Musiktheaterabend trifft das Wesen ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Verena Großkreutz
Alles ganz normal. Sie brauche keine Sorge haben, beruhigt der Psychiater Doktor Prentice (Jörg Zirnstein) eine junge Bewerberin (Aleksandra Kienitz) für seine Sekretariatsstelle. Dass sie sich ausziehen müsse, diene allein der Prüfung ihrer Qualitäten, pardon, Qualifikationen. Und auch der Ausdruck Befummeln wäre für die Hand auf dem Schenkel eher...
ERSTER TEIL
Regine der Schnee körnig
und unter
einem achatgrauen Himmel so
schnell zu Boden fallend wie
ein plötzlicher Regen ich
stehe am Küchenfenster
rauche unablässig in
den Tag hinein ein
Rieseln auf Betonplatten und
das Blech der Fensterbank im
Schlafzimmer liegt
mein Mann liegt Wolfgang
im täglichen Abtragen der
Erinnerungsschichten die Vergangenheit
als...
Irina Szodruch Warum haben Sie «American Idiot» als neuer Künstlerischer Leiter der Center Theatre Group als Eröffnungsproduktion ausgewählt?
Snehal Desai Ich interessiere mich immer für Theater, das eine politische Ideologie im Herzen trägt oder Fragen nach politischer Ideologie stellt und das in einen Dialog mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen treten möchte....
