Die unsichtbare Hand

Irgendwo in Pakistan ist der Amerikaner Nick Bright entführt worden. Eine radikalmuslimische Splittergruppe und ihr Imam wollen mit dem jungen Banker ein hübsches Lösegeld erpressen. Nur leider möchte niemand die 10 Millionen Dollar für ihn bezahlen, die sich seine Entführer in den Kopf gesetzt haben. Also schließt Nick mit ihnen einen Deal: Er kommt frei, wenn er die 10 Millionen für sie an der pakis­tanischen Börse zusammen­gezockt hat. Gesagt, getan. Aber bevor es losgeht, bekommt Nicks Gefängniswärter Bashir als Hilfsspekulant noch einen Crash-Kurs in Investmentbanking und Weltwirtschaft.

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Szene acht

Am nächsten Tag.

Derselbe Raum.

Bashir und Nick. An den Tischen. Nick erklärt. Bashir hört zu und reagiert. Computer 

aufgeklappt vor ihm.

Nick Das Wichtigste am Geld ist, dass die Menschen es nicht gern verlieren, Bashir. Die Menschen, die Firmen, die Regierungen.

Also suchen sie immer nach einem sicheren Ort dafür. Siebzig Jahre lang war der sicherste Ort der amerikanische Dollar.

Bashir Wieso der Dollar?

(Ein Moment.)

Nick Okay …

Der Zweite Weltkrieg.

Die Europäer hatten sich gegenseitig vernichtet. Die Weltwirtschaft destabilisiert.

Bashir Okay …

Nick Die Währungskurse der Welt waren ein Chaos. Also beschloss man, allgemein auf Gold zu gehen. Zur Stabilisierung. Aber das funktionierte nur, wenn jemand den Goldpreis garantieren konnte. Die USA haben das dann übernommen. Wenn Frankreich Geld für sein Gold haben wollte – wendete es sich an Amerika. Deutschland, England – genauso. Das hat uns praktisch zur Weltbank gemacht. Und somit wurde der Dollar zur weltweit sichersten Währung. Man nannte es das Bretton-Woods-System.

Bashir Was für ein System?

Nick Bretton Woods. Nach der Stadt in New Hampshire, wo man sich das ausgedacht hat.

Bashir Bretton Woods …

(Holt ein iPhone ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Stücke des Jahres, Seite 109
von Ayad Akhtar

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