Die Schlösserknacker
Es kommt nicht alle Tage vor, dass man einen neuen Theaterraum einweiht. Mit der Premiere der Studioinszenierung «Jede Stadt braucht ihre Helden» von Philipp Löhle, das 2015 am Deutschen Theater uraufgeführt wurde, hat das Schauspielhaus Chemnitz seine kleine Interimsspielstätte im Spinnbau, einer alten Fabrik für Spinnereimaschinen, eingeweiht. Kein einfacher Raum, den sie sich da ausgesucht haben: eine sehr breite Bühne, auf der zudem noch zwei Säulen die Skelettbaukonstruktion des Gebäudes halten mit nur minimalem Abstand zum Publikum.
Rund zwei Jahre will man hier bleiben, der große Saal wird in den oberen Stockwerken einziehen und das Figurentheater gegenüber.
Lioba Lea Bangert, Studentin des Bühnenbildstudiengangs an der TU Berlin, hat sich den Raum mit Weitsicht vorgenommen. Verschiebbare Metallwände ermöglichen unterschiedliche Einblicke und verdecken etwa Teile des Mega-Leopardensofas an der rechten Seite, ohne es je ganz verschwinden zu lassen. Die Säulen sind mit Kletterelementen verziert, und auch nach hinten bieten sich durch die oben eingehängten Schiebe-Elemente unterschiedliche Sichtachsen. In diesem Szenario lässt Matthias Huber die Schauspielstudierenden aus ...
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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Torben Ibs
Dieser Typ – breite Schultern, ordentlich Bauchansatz und mehr Tattoos als Haut auf den nackten Armen – macht einfach weiter: Stoisch baut er aus ein paar Holzplatten ein Podest, schraubt Wände daran, befestigt Scharniere. Zufrieden steckt er kurz die Hände in die Hosentaschen, geht etwas zur Seite, raucht eine Selbstgedrehte. Dann baut er wieder. Ruhig und...
Theater heute
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Das Kind sitzt im Birnbaum und erfindet die Welt. Aber nichts von dieser eigenen Welt gehört wirklich ihm – denn derart symbiotisch ist die Verbindung zum Vater, dass der Junge dessen Träume noch einmal träumt. Die Astgabel im Baum – so stellt er sich das vor – ist der Pilotensitz eines Kampffliegers, und mit Birnen legt er immer wieder Rotterdam in Schutt und...
