Die goldene Garantie
Die Wirklichkeit, von der sich Richard Dresser zu seinem schlitzohrigen Stück aus dem Niedriglohnsektor, «Augusta», animieren ließ, ist schon vor ein paar Jahren von der amerikanischen Publizistin Barbara Ehrenreich im Selbstversuch durchwandert worden.
2001 erschien bei uns «Arbeit poor», ein Streifzug durch die Arbeitswelt des unteren Viertels der amerikanischen Gesellschaft, der damals noch wie ein Gruselmärchen von sehr weit überm Teich erschien: Heerscharen von Teilzeitbeschäftigten, die in Wohnwagen hausten und bis zu 16 Stunden am Tag in mehreren Jobs fronten, von deren Erlös sie sich gerade mal das nötige Fast Food zur Wiederherstellung der Arbeitskraft leisten konnten. Ganz so weit weg scheint ihr Untersuchungsgebiet in Hartz-IV-Country nicht mehr.
Dressers poor workers sind zwei Frauen, eine ältere, eine junge, Molly und Claire, die in einer Mini-Putzkolonne den Villenhaushalt Mrs. Townshends in Schuss halten. Molly, die «Team-Leiterin», hat sich beim jahrzehntelangen Schrubben den Rücken verrenkt; die «goldene Garantie» – die Böden auf Händen und Füßen zu reinigen –, kann sie nicht mehr einlösen. Das weiß nur die neue Kollegin Claire, die ihr die Arbeit abnehmen muss, ...
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