Die Frage, die keiner stellen kann
Bei lebendigem Leib zerstückelt, mit Fußtritten getötet, vom Auto überfahren – tote Kinder sind in Dea Lohers Literatur ein ständig wiederkehrender Schock, um von der Hilflosigkeit des Trauerns zu erzählen.
Das verzweifelte Ringen um Tapferkeit, das als Leitmotiv seit Anfang der Neunziger ihre Stücke und auch ihren jüngst erschienenen Roman «Bugatti taucht auf» verbindet, hat Dea Loher immer wieder aus der Perspektive von Eltern beschrieben, die sich mit dem größten vorstellbaren Verlust konfrontiert sehen – und Wege finden müssen, mit dem Schmerz und den eigenen Schuldgefühlen umzugehen.
Aus diesen schwarzen Momenten hat Loher einige ihrer eindrücklichsten Figuren erschaffen, etwa den guten Polizisten in «Das Leben auf der Praça Roosevelt», der seinen Sohn überredet, aus dem Drogengeschäft auszusteigen, was zu dessen grauenerregendem Foltertod durch das Kartell führt, oder der rätselhafte Fremde in «Das letzte Feuer», der sich die Fingernägel bis zum Knochen abfeilt. Das Memento mori, das Loher beharrlich gegen das Zeitalter ewiger Jugend in immer neuen Varianten ausmalt, fand im Motiv des toten Kindes stets seine größte Schwerkraft und Verzweiflungshitze.
Abschied ohne Gründe
In ...
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Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Neue Stücke, Seite 24
von Till Briegleb
Aalen, Theater der Stadt
1. Wilson/Waits/Burroughs,
The Black Rider
R. Danielle Strahm
Altenburg/Gera, TPT
6. Becker/Stengele,
Ayana Rabenschwester
R. Bernhard Stengele (in Altenburg)
6. nach Hauff, Das kalte Herz
R. Frank Voigtmann (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
1. Schnitzler, Der Reigen
R. Gerald Gluth-Goldmann
Basel, Theater
1. nach Goethe, Die Leiden...
Mehr als drei Dutzend Stücke hat Lutz Hübner in den letzten 18 Jahren geschrieben, er war damit beim Theatertreffen (2005 mit «Hotel Paraiso») und bei den Mülheimer Theatertagen. Vor allem aber und anders als die Mehrzahl der in Mülheim Geehrten: Er wird nachgespielt, eine sichere Bank in der Mischkalkulation aus U und E, um die kein Theater heute mehr herumkommt....
Um sich ins Herz oder womöglich gar ins Hab und Gut eines geizigen Schwiegervaters einzuschleichen, braucht es eine ganz besondere Biegsamkeit. Also erfindet sich der verliebte Hofmeister Valère bei Maximilian Brauer als Schmeichler von höheren elastischen Gnaden. Wir sind in Frank Castorfs Inszenierung von Molières «Der Geizige» aus dem Juni 2012. An der Hand des...
