Die Erfindung des Stahlseils
Die interessanteste Figur in diesem Stück heißt «Ich» (Alrun Hofert) und ist schwer greifbar. Es handelt sich um ein Atom oder Molekül, irgendein winziges Stück Materie, das immer schon da war und im Lauf der Jahrtausende so einiges mitgemacht hat. So eine Kontinentalverschiebung etwa ist ja keine Kleinigkeit. In jüngster Vergangenheit hielt es sich im Körper eines Kindes auf und geriet mit diesem auf eine heiße Herdplatte: «Ich weiß nicht, was ich genau an diesem Tag in ausgerechnet einer dieser Fingerspitzen machte.
Jedenfalls blieb ich an der Platte kleben, wurde weggewischt und landete mit dem bald grässlich stinkenden Lappen, der kein Wort sagte, auf der Deponie.»
Man kann dieses «Ich» als Mikro-Platzhalter für die gesamte Erdgeschichte oder das Leben selbst interpretieren – beziehungsweise für das, was «nach dem Sturm» noch übrig sein wird von der Welt. Weiter treten auf: ein alter und ein junger Aktivist (Lukas Holzhausen und Nicolas Matthews), die ein Denkmal für den Afrikaforscher Hermann von Wissmann stürzen wollen; der hannoversche Ingenieur Wilhelm August Julius Albert (Matthews), der im 19. Jahrhundert das Stahlseil erfunden hat; eine junge Psychothera-
peutin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute 1 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Wolfgang Kralicek
Der Samowar ist mittlerweile als Requisit ein No-Go in Tschechow-Aufführungen, weil zu sehr Russlandklischee. In Daniel Kunzes «Drei Schwestern» am Theater Lüneburg taucht der Teekocher allerdings noch einmal auf, Militärarzt Tschebutykin (Matthias Herrmann) überreicht ihn als Geburtstagsgeschenk für Irina (Berna Celebi). Das Geschenk kommt nicht gut an, alle sind...
FRANKFURT/MAIN, SCHAUSPIEL
20. nach Dostojewskij, Life is but a dream
R. Barbara Bürk
21. Magal, 10 odd emotions (U)
R. Saar Magal
FREIBERG/DÖBELN, MITTELSÄCHSISCHES THEATER
3. Abdel-Maksoud, Café Populaire
R. Nils Braun
FREIBURG, THEATER
20. Andrejew, Hinauf zu den Sternen
R. Nicolas Charaux
GÖTTINGEN, DEUTSCHES THEATER
21. Sokola, Pirsch (U)
R....
Berlin plus Wien gleich Rettung der Volksbühne? Was in der mauen ersten Spielzeit funktionierte, war jedenfalls die Flanke Österreich. Und Florentina Holzinger, deren «A Divine Comedy» zu den erfolgreichen Produktionen des letzten Jahres gehörte, landete auch mit «Ophelia’s Got Talent» den ersten Saisonhit (vgl. TH 11/22). Nun also «Hyäne Fischer»: Das «totale...
