Der Müll des Jahrhunderts
Dass die Salzburger Festspiele kein ganz gewöhnliches Theaterfestival sind, war selten so deutlich wie in diesem Jahr. Die wichtigste Produktion im Schauspielprogramm, der «Jedermann» auf dem Domplatz, steht seit der Gründung der Festspiele vor mehr als 100 Jahren auf dem Spielplan. Die anachronistische Kuriosität wird inzwischen kaum noch ernsthaft in Frage gestellt, höchstens leise belächelt. Im Grunde ist allen klar, dass die Festspiele ohne «Jedermann» nicht denkbar sind; schon aus wirtschaftlichen Gründen kommt es gar nicht in Frage, ihn abzusetzen.
Mehr als 30.
000 Karten werden für den «Jedermann» jeden Sommer aufgelegt, die Vorstellungen sind Monate im Voraus ausverkauft. Für die Generalprobe gibt es ermäßigte Tickets, die via Internet angeboten werden; der Onlineverkauf dafür begann an einem Julitag um 9.30 Uhr morgens, um 9.31 Uhr rauchten die Server, und die Karten waren weg. Der «Jedermann» spielt so viel ein, dass damit das gesamte Schauspielprogramm der Festspiele finanziert wird und sogar noch etwas übrigbleibt, das in die Finanzierung der teuren Musiktheaterproduktion fließt. Für die Festspiele ist der «Jedermann» also mehr als Tradition und Folklore: Er ist auch als ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Festivals, Seite 26
von Wolfgang Kralicek
Das Angebot kam per Brief: in ein Museum bei Nacht einsteigen, mit der Taschenlampe durch dessen dunkle Räume gehen. Alleine, aber beobachtet von Sicherheitskräften. Sich umzudrehen und die Sicherheitskräfte zu beobachten, ist verboten. Wer das Verbot übertritt, beendet damit schlagartig die Performance-Installation.
Und hier stehe ich nun vor einer Seitentür des...
Er scheint gar nicht zu wissen, was Macht ist. Wollte er so ein richtig bösartiger Killer sein, müsste er das Monster in sich wohl erst noch entdecken. Dass Macbeth eine Lady braucht, die ihn zum Jagen trägt, ist auch in Darmstadt der Ausgangspunkt einer Inszenierung, die ganz nebenbei den Start einer neuen Führungstroika markiert. Alexander Kohlmann, Sabine Mäder...
Dieses Grandhotel hat schon bessere Tage gesehen. Ohnehin erinnert es mit Schwingtüren und Holzvertäfelung eher an einen Westernsalon als an ein Hotel der gehobenen Art. Aber man muss zugeben: Die Lage ist wirklich einzigartig. Mitten im See gelegen, zu erreichen nur per Boot und über einen geschwungenen Metallleiter-Steg. Aber trotzdem: Irgendetwas ist merkwürdig.
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