Mother in Crime

Pina Bergemann, Nikita Buldyrski, Henrike Commichau, Linde Dercon, Mona Vojacek Koper, Leon Pfannenmüller, Anna K. Seidel «Carol. Shakespeare in Jena» (U) im Theaterhaus Jena

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Ein Windhauch weht durch die bunten Girlanden über der Freilichtbühne der Jenaer Kulturarena, während das siebenköpfige Ensemble vom Bühnenrand leise sein Good-bye singt. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. Ein etwas kitschiger Abgang. Doch es wäre nicht das Jenaer Ensemble, wenn es so gehen würde. Also noch einmal anders: Good-bye in Krautrock-Manier. Es wird wild getanzt.

Nach insgesamt sechs Jahren am Theater Jena hat sich die Gruppe um Lizzy Timmers mit «Carol» vom Theaterhaus Jena verabschiedet.

Mit einer Liebeserklärung an Jena, genauer: an ihre Frühromantikerinnen und Frühromantiker, an das Werk von Caroline Schlegel-Schelling alias Carol. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Übersetzer August Wilhelm Schlegel, übersetzte sie ganz in der Nähe der Jenaer Kulturarena, in der Leutragasse 5, Shakespeare aus dem Englischen ins Deutsche.

Doch ihr Name taucht nie in den Veröffentlichungen auf, bleibt deswegen bis heute eher unbekannt. Das nimmt das Ensemble zum Anlass für ein Update der Geschichte, für eine Abrechnung mit den Geschlechterverhältnissen. Aber nicht ohne die Männer ihrer Zeit, namentlich Goethe, Schiller, Schelling und Novalis, noch einmal ordentlich durch den Kakao ...

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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Anna Hoffmeister

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