Mother in Crime
Ein Windhauch weht durch die bunten Girlanden über der Freilichtbühne der Jenaer Kulturarena, während das siebenköpfige Ensemble vom Bühnenrand leise sein Good-bye singt. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. Ein etwas kitschiger Abgang. Doch es wäre nicht das Jenaer Ensemble, wenn es so gehen würde. Also noch einmal anders: Good-bye in Krautrock-Manier. Es wird wild getanzt.
Nach insgesamt sechs Jahren am Theater Jena hat sich die Gruppe um Lizzy Timmers mit «Carol» vom Theaterhaus Jena verabschiedet.
Mit einer Liebeserklärung an Jena, genauer: an ihre Frühromantikerinnen und Frühromantiker, an das Werk von Caroline Schlegel-Schelling alias Carol. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Übersetzer August Wilhelm Schlegel, übersetzte sie ganz in der Nähe der Jenaer Kulturarena, in der Leutragasse 5, Shakespeare aus dem Englischen ins Deutsche.
Doch ihr Name taucht nie in den Veröffentlichungen auf, bleibt deswegen bis heute eher unbekannt. Das nimmt das Ensemble zum Anlass für ein Update der Geschichte, für eine Abrechnung mit den Geschlechterverhältnissen. Aber nicht ohne die Männer ihrer Zeit, namentlich Goethe, Schiller, Schelling und Novalis, noch einmal ordentlich durch den Kakao ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Anna Hoffmeister
Er scheint gar nicht zu wissen, was Macht ist. Wollte er so ein richtig bösartiger Killer sein, müsste er das Monster in sich wohl erst noch entdecken. Dass Macbeth eine Lady braucht, die ihn zum Jagen trägt, ist auch in Darmstadt der Ausgangspunkt einer Inszenierung, die ganz nebenbei den Start einer neuen Führungstroika markiert. Alexander Kohlmann, Sabine Mäder...
AALEN, THEATER
3. Shakespeare, Hamlet
R. Tina Brüggemann
AACHEN, THEATER
19. Colectivo Yama nach Purcell und Dryden, The Indian Queens
R. Carlina Derks Bustamante und Daniel Cremer
AACHEN, DAS DA THEATER
3. nach Abuelaish, Ich werde nicht hassen
R. Ernst Konarek
ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
6. Schneider, Rattenkinder
R. Asia Schreiter (Junges Theater)
...
Wie das Innere eines Gurkenglases schimmern die Bühnenwände: trübe, grün, irgendwie geheimnisvoll. Doch natürlich nur, wenn Licht auf sie fällt. Normalerweise steht das saure Gemüse in Reihen in dunklen Kellerregalen. Und so stehen auch die fünf Schauspieler als abstrakte Einlegeware in beige-braunen Jumpsuits (Bühne und Kostüme Heike Mondschein) nebeneinander...
