Der Fulltime-Job
Michael Merschmeier Sie schreiben in Ihrem autobiografischen Buch «Ich stehe zur Verfügung»: «Kuhstall war der eine Geruch meiner Kindheit, der andere war Weihrauch.»
Peter Simonischek Schreib ich das wirklich? (lacht laut)
MM Tun Sie. Kuhstall und Kirche vermitteln Geborgenheit, Gemeinschaftsgefühle. Ein gutes Ensemble kann auch eine Gesellschaft wie eine Familie sein, die Kollegen sind Geschwister ...
Waren Kuhstall und Kirche eine gute Voraussetzung für Sie, fünfzig Jahre treu im Ensemble zu sein?
Simonischek Ob es eine objektiv gute Voraussetzung ist, weiß ich natürlich nicht, aber bei mir war es sicher so. Das war mein Weg. Die Einzelkämpfer und die Pfauen, die machen es natürlich anders. Manche Schauspieler sind Terrier. Ich bin nicht am glücklichsten, wenn ich allein auf der Bühne stehe, auch wenn ich es inzwischen mitunter genieße. Als ich jung war, hab ich es als Hypothek empfunden.
MM Wie lernt man den Beruf des Schauspielers wirklich? Auf der Schauspielschule – oder doch erst im Ensemble, auf den Proben und auf der Bühne mit den Kollegen?
Simonischek Ein altes bewährtes Rezept: von der Schauspielschule erst mal in die Provinz gehen und «groß» spielen. Oder an ein ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Thema Ensemble, Seite 26
von Michael Merschmeier
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