Der Cliffhanger

Geschichten erzählen: Das Hamburger Schauspielhaus eröffnet die Saison mit einem Katie-Mitchell-Abend, der Herta Müllers Migrantenerzählung «Reisende auf einem Bein» auf Bühne und Leinwand bringt; im Thalia Theater verzweifelt Luk Perceval mit Emile Zola an der «Liebe»

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In Hamburg scheint an diesem späten Freitagnachmittag die Sonne. Vor dem Hauptbahnhof steht ein langgestrecktes weißes Zelt, davor ein Schild: «Wir nehmen KEINE Kleiderspenden entgegen.» Fröhliche junge Frauen in gelben Helferwesten machen Quatsch mit fröhlichen kleinen Kindern von dunkler Hautfarbe. Junge Männer tigern rauchend auf und ab.

Von der Bank auf dem Mittelstreifen kreischt die Stimme eines Verrückten: «Ihr Deutschen mit den Ausländern, seid ihr waaaahnsinnig?»

Seit ein paar Tagen nimmt das gegenüberliegende Schauspielhaus Ausländer auf, Flüchtlinge, die am Hauptbahnhof «gestrandet» sind, wie es euphemistisch heißt. Sechs Tage vor Spielzeitbeginn hatten rechte Gruppierungen einen «Tag der Patrioten» ausgerufen, in der Innenstadt beharkten sich rechte und linke Demos für oder wider eine «Willkommenskultur», während am Hauptbahnhof die überfüllten Züge einrollten. Man entschied spontan: Wir öffnen das Haus. Die Mitarbeiter, Schauspieler, Dramaturgen, Techniker besorgten Matratzen, Kleider und Essen, sie führen zur Dusche durch die labyrinthischen Gänge des Hauses und bespaßen Kinder, denen die chaotische Reise in den Knochen sitzt. «Wenn man anfängt nachzudenken, wie man ...

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Theater heute November 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Barbara Burckhardt

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Und dann kam Mirna


Ein Text für ca. zwei DarstellerInnen
oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit.


Person 1 (große Person)
Person 2 (kleine Person)


Kann beliebig auf viele große und kleine Personen ausgeweitet werden.




Previously on «Der manische Jugendchor»:

Damals, vor –

sagen wir –

einigen Jahren.

War ich jung.

Und

unendlich

durchschnittlich in meinem...