Das Risiko zur Frage machen

Was darf die Kunst? Antworten von Daniel Wetzel

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Die erste Entscheidung war die schwierigste: einem Stück den Titel «Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1&2» zu geben. Als die Uraufführung  näherrückte, kamen Anrufe von Journalisten, auch aus dem Ausland. «Rechnen Sie mit einem Skandal?» – «Nö.» – «Aber das wird doch sicher Wellen schlagen, gibt es schon Gegenwind?» Antwort: «Nö.»

CNN hatte sich zum Filmen angemeldet, vorsorglich. Man hätte sie nutzen können, diese Option auf Sturm, dass es Bewegung gebe in der Frage, um die es dem Projekt ging, und dann wäre das – eine «Debatte». Nö.

«Hitler verkauft immer» – das ist die Logik, der die Anrufe folgen. Und dass unserem Stück dieselbe Logik teilunterstellt wurde, das war dann der einzige ärgerliche Gegenwind zu unserem Stück. Aber eigentlich nicht der Rede wert, weil er eine Projektion des Mechanismus Schlagzeile/Auflage auf Theaterprojekte ist. Die man verstehen kann, die aber dennoch nicht greift. 

 

Im Gegenteil: Es ging darum, eine Grenze zu übertreten, die wir für uns selbst sahen – trotz des Risikos einer solchen Debatte und nicht mit den Medien im Blick. Die Grenze bestand darin, beizutragen zur Aufmerksamkeit für so etwas wie Hitlers Buch. Es ging darum, sich eines Common Sense ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 78
von Daniel Wetzel

Weitere Beiträge
Uraufführungen

 

A

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Homohalal (Theater Dresden)

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Die Neigung des Peter Rosegger (Schauspielhaus Graz)

 

B

Lukas Bärfuss

Frau Schmitz (Schauspielhaus Zürich)

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Paulette (a.gon Theaterproduktion München)

Hannah Biedermann

Er – Sie – Es (Junges Ensemble Stuttgart)

Metapolis (Junges Staatstheater Braunschweig)

Bov Bjerg

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Der moderate Radikale

Sein erstes Jahr im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, an das er direkt nach der Schauspielschule kam, war schon mal nicht schlecht. Neben kleineren und mittelgroßen Rollen bei Stephan Kimmig (Marie in «Clavigo», Lempereur in «Unterwerfung») oder Christopher Rüping (Benvolio in «Romeo und Julia») hatte Marcel Kohler in Daniela Löffners Inszenierung «Väter und...

Die unsichtbare Hand

Szene acht

Am nächsten Tag.

Derselbe Raum.

Bashir und Nick. An den Tischen. Nick erklärt. Bashir hört zu und reagiert. Computer 

aufgeklappt vor ihm.

Nick Das Wichtigste am Geld ist, dass die Menschen es nicht gern verlieren, Bashir. Die Menschen, die Firmen, die Regierungen.

Also suchen sie immer nach einem sicheren Ort dafür. Siebzig Jahre lang war der sicherste...