Das Material beherrschen

Anja Hilling «Massiver Kuss»

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Weil ein guter Freund nicht richtig weiter weiß mit seiner Schülerin, bat er mich, einen Blick auf sie zu werfen und sie wenn möglich zu übernehmen, was natürlich auf einer gewissen Gegenseitigkeit beruhen sollte, die zu überprüfen wäre …» Mit diesen Worten beginnt Anja Hillings neues Stück «Massiver Kuss». ER, der dort spricht, ist Auguste Rodin, berühmter Bildhauer und einer der führenden Wegbereiter der Moderne in der Kunst.

Die junge Frau, SIE, über die gesprochen wird, heißt Camille Claudel, ist ebenfalls Bildhauerin, Schwester des Schriftstellers Paul Claudel und eine der spannendsten Künstlerinnen ihrer Zeit.  

Aus dem anfänglichen Lehrer-Schüler-Verhältnis entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit eine skandalöse Liebe. Über ein Jahrzehnt hinweg verbindet die beiden eine fruchtbare Zusammen­arbeit zwischen Liebe und Kunst, Macht und Inspiration. Doch während Rodin mit seinen Werken Weltruhm erlangt, bleibt die junge Geliebte in seinem Schatten. Dabei ist mittlerweile bewie­sen, dass ein Großteil von Rodins Arbeiten ihr zuzuschreiben sind. Als die Beziehung schließ­lich zerbricht, gerät Camille Claudel in eine tiefe Krise. Auf Intervention ihrer Familie wird sie in eine ...

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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 163
von Nicola Bramkamp

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