Kunstermöglicher zwischen den Welten
Was war er? Kulturanreger? Impresario? Geldbeschaffer? Raumumwidmer? Alles von allem. 1984 gründete der studierte Theaterwissenschaftler (und ausgebildete Finanzberater) Jochen Hahn mit seiner damaligen Frau Dagmar in München die Hahn & Molitor Produktion, die amerikanische Avantgarde nach Deutschland brachte. Hahn konnte wie kein anderer Kulturministerien und Institutionen der beteiligten Länder bewegen, die von ihm geplanten Projekte finanziell mitzutragen.
1988 brachte er mit zehn russi -schen Inszenierungen die «Moskauer Theatertage» nach München, zu 60 Prozent finanziert von den Russen selbst. Endgültig ins Rampenlicht rückte die Hahn Produktion 1989, als sie im Alleingang die »Theatertage der Bundesrepublik Deutschland in Moskau« organisierten und 13 westdeutsche Theater ins Glasnost-Land brachten. Ich kam 1989 als freier Mitarbeiter zu Hahn. Wir entwickelten das Festival Theaterformen in Braunschweig und FreiSpiel 1, das erste Theatertreffen Freier Theater in München. Seine langjährige Zusammenarbeit mit George Tabori führte 1990 zu einer umfassenden Werkschau in München. 1994 schuf Jochen Hahn mit der Reithalle für München einen international beachteten Gastspielort, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August-September 2023
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Eberhard Wagner
Als Schauspielerin ist Maria Happel, 60, die Stimmungskanone des Burgtheaters. Wenn sie auftritt, gibt es viel zu lachen. Konsequenterweise steht sie dabei meist direkt an der Rampe und schleudert eine Wuchtel nach der anderen in den dankbaren Zuschauerraum. Happels Status als Wiener Publikumsliebling ist ungebrochen – obwohl sie gebürtige Deutsche ist. Zugleich...
«So, Leute, das Land ist frei.» Arbeit erledigt. Tell schmeißt seine goldene Armbrust in den Teich, mit der er zuvor den tyrannischen, brutalen Reichsvogt Gessler niedergestreckt hat. «Das Land ist frei, das Land ist frei», singen die Fische lustig im Chor und lassen tanzend die Flossen flattern. Und das Publikum klatscht enthusiasmiert mit und jubelt. Eine solch...
Liebe Margit, hier ist Carl, ich würde dich so gerne mal wiedersehen und jetzt könnte sich eine Möglichkeit ergeben: in München. Da arbeite ich nämlich zur Zeit an den Kammerspielen und bin sogar bei Tschechows ‹Vaterlosen› auf der Bühne. In diesem Stück warst du ja 1995 in Bochum die Anna Petrowna :-). Ich darf mir zu jeder Vorstellung einen Gast einladen zum...
