Das Große-Jungs-Spiel

... mit den desaströsen Folgen: Lucy Prebbles Dokudrama «Enron» über den betrügerischen Fall des texanischen Energiekonzerns 2001 spiegelt die jüngste Finanzkrise und war ein Sensationserfolg in London. Jetzt hat es das Stück zur Blase auch nach Nürnberg und Potsdam geschafft.

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Im deutschen Wirtschaftsmusterländle, lange belächelt, weil es immer noch auf Produktion statt auf die angeblich unerschöpflichen Renditemöglichkeiten des Finanztransfers setzte, kann man sich befriedigt die Hände reiben: Wir sind noch mal davongekommen. Die weltweite Finanzkrise wurde hierzulande offiziell für beendet erklärt: niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992, Wachstumsraten von über drei Prozent, das darf man fast schon wieder Boom nennen.

 Nur – ein bisschen langweilig ist diese Solidität ja schon.

Denn riesige Blasen und milliardenschwere Erfolgsstories schaffen immerhin eine Fallhöhe, aus der es sehr, sehr tief hinabgeht. Die überschießenderen Charaktere und Geschichten muss man sich hierzulande im Kino zu Gemüte führen. Oder im Theater. Und immer mit dem kleinen Grusel im Nacken, dass das relative Ungeschorensein sich im global vernetzten Kapitalismus auch schnell als süßer Irrtum herausstellen könnte. Also gucken wir sie uns an, die Lehrbeispiele aus den mächtig gebeutelten USA und Großbritannien, um das es nicht viel besser steht.


    Kapitalismus-Kino und -Theater

Zum Beispiel David Finchers Harvard-Film «The Social Network», die Charakterstudie eines neuen Typs ...

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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 33
von Barbara Burckhardt

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«Es muss was auf dem Spiel stehen»

Lucy Prebbles «Enron» wurde von britischen Kritikern mit superlativen Rezensionen überhäuft, als «era-defining, must-see theatrical event of the year» gefeiert und hat 2009 und 2010 alle 21.800 Plätze seiner Royal-Court-Theatre-Laufzeit sowie seinen West-End-Transfer ausverkauft. Nicht schlecht für ein Stück über den Kollaps eines texanischen Energieunternehmens....

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