Das Beste für den Planeten ...
Mal ehrlich? Ich glaube, ich bin, wie viele, ein lebender Widerspruch. Ich habe ein Auto, mit dem ich regelmäßig zwischen meinem Haus in einem niederländischen Dorf und Bochum, wo ich arbeite, hin und her fahre, wenn ich am Wochenende in meiner Heimat war. Mein Dorf zu Hause hat keinen Bahnhof, und selbst vom nächstgelegenen Ort, zu dem ich wiede -rum 20 Minuten mit dem Auto fahre, ist die Zugverbindung so umständlich, dass ich dreibis viermal umsteigen müsste. Alle können sich vorstellen, wie zuverlässig das ist.
Abgesehen davon, dass ich statt eindreiviertel locker viereinhalb Stunden von Tür zu Tür bräuchte – wenn ich denn jeden Anschlusszug erwischen würde. Also fahre ich mit dem Auto.
Ich muss aber sagen, dass die Niederlande wesentlich konsequenter sind mit dem Tempo -limit. Seit einigen Jahren dürfen wir tagsüber nur noch 100 km/h fahren, nachts 130 km/h. Obwohl ich ein schnelles Auto habe und eigentlich auch gern schnell fahre, verzichte ich also auf diesen Luxus. Und ich finde, das ist gar kein Problem. Daran könnte sich Deutschland meinetwegen ein Beispiel nehmen. Was ich sehr wohl mit dem Zug mache, ist verreisen. Flüge versuche ich, weitestgehend zu vermeiden. Im ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 72
von Johan Simons
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