Damit das Grauen aufhört
Uns belgischen Frauen ist es nicht möglich, auf einem Kongress über Friedensmöglichkeiten zu diskutieren, bevor dieses Grauen aufhört. Es geht über unsere Kräfte hinaus, mit deutschen Frauen einen Raum zu teilen.
Unsere territoriale Integrität muss wiederhergestellt werden, und die Deutschen müssen unser Land verlassen!»
Dass sich die Belgierinnen im Vorfeld des Internationalen Frauenfriedenskongresses 1915 weigerten, mit deutschen Frauen an einem Tisch zu sitzen, ist durchaus nachvollziehbar: Um Frankreich mit einem Angriff aus dem Norden überraschen zu können, hatten deutsche Truppen 1914 das neutrale Belgien überfallen – mit der Folge, dass auch Belgiens Garantiemacht Großbritannien in den Krieg eintrat. Darüber hinaus attackierten deutsche Soldaten, etwa in den Massackern von Leuwen und Dinant, auch immer wieder auf brutalste Weise die Zivilbevölkerung: «Frauen wurden angegriffen, mit Bajonetten aufgespießt, ihre Brüste abgeschnitten. An den Körpern von Säuglingen wurden grausame Wunden gefunden. Abschlachten auf Befehl. Es gibt keinen Beweis für eine ‹militärische Notwendigkeit›, obwohl die Deutschen dies als Entschuldigung anführen.»
Feminismus-Hochburg München
Die Zitate ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Eva Behrendt
Die Stoffwahl war ein Herzenswunsch: Die Spieler:innen des Zürcher Theaters Hora mit kognitiver Beeinträchtigung, kurz Horas, wollten «Herr der Ringe». So geschah’s, in buntester Pracht. Zu bedauern bleibt einzig, dass das so gute wie echte Hobbit-Fan-Schwert mit scharfer Schneide auf der Theaterbühne nicht erlaubt ist. Stattdessen nur unphallischer Wackelpudding.
...
Lana del Rey erschießt einen Polizisten; im Keller philosophiert ein Gurkenglas; das überhitzte Anthropozän endet, weil sich die Menschen in Stühle, Blumen oder Goldfische verwandeln; und zum vermutlich ersten Mal in der Theatergeschichte wird beim Festival «News Stages South East» eine Liebeserklärung in Binärcode vorgetragen. Diese beginnt mit «01001001», dauert...
Zu Ingrids Geburtstag gibt’s gute Laune, ein Gedicht und einen Shopping-Gutschein in London. Zum Frühstück Schnaps und Kuchen und einen Überraschungsbesuch vom «verliebten Major». Ingrid (Rosa Thormeyer), das ist eigentlich Irina, die jüngste der drei Tschechowschen Schwestern. Ortrud (Oda Thormeyer) und Mechthild (Cathé-rine Seifert) heißen die beiden älteren,...
