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Olga Bachs «Kinder der Stadt» zeichnet ein Nachwende- Generationenporträt zwischen den Projekten

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Wer einen satten Enthüllungs - roman aus der Berliner Theaterwelt erwartet hat mit Schlüsselloch-Indiskretionen und Kulissen-Geheimnissen, wird ein wenig enttäuscht sein von Olga Bachs «Kinder der Nacht». Zwar geht es ohne viel literarische Vertuschung bei den zentralen Figuren um lebende Vorbilder, bei Orhan um den Regisseur Ersan Mondtag, und hinter der Figur Irina versteckt sich eindeutig die debütierende Prosa-Schriftstellerin Bach.

Beide realen Figuren haben zusammen die Szene mächtig aufgemischt: Er als Regie-Shootingstar, sie als seine Autorin, von beiden stammen so spektakuläre und ausgezeichnete Bühnenarbeiten wie «Die Vernichtung» oder «Das Erbe».

«Kinder der Nacht» aber beschäftigt sich nur am Rande mit dem aktuellen Theaterbetrieb, auch wenn markante Orte auftauchen und leicht karikiert mal ein Claus Peymann, mal ein Frank Castorf kurz ein- und wieder abgeführt werden. Freilich: «In zehn Jahren werden die sterben. Wir sind die Zukunft. Wir müssen unsere eigene Festung bauen», sagt Orhan selbstbewusst. Und eine Vegard-Vinge-Performance dient als grenzerfahrungsreiches Experiment im Leben von ein paar kreativen jungen Leuten, die sich aber doch die meiste Zeit mit ihren ...

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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Bücher, Seite 49
von Bernd Noack

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