Bühnen bilden!

Ob schillernde Illusionswelten oder abstrakt-diskursive Reflexion – Bühnenbild und Kostüm schaffen Bilder, die von einem Theaterabend in Erinnerung bleiben. Sprechende Räume zu kreieren, will gelernt sein, aber wo und wie? Auf der grünen Wiese, am Filmset oder im Klassenzimmer? Akademiebesuche in Stuttgart und München

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Es ist widersprüchlich, was auf einen einprasselt, wenn man sich heute für Bühnen- und Kostümbild als Beruf entscheidet: Einerseits ist offensichtlich, dass das Visuelle einen enormen Bedeutungsschub in der gesellschaftlichen Wahr­nehmung erfährt. Bilder, und damit auch die Bilder jeder Inszenierung, sind in der Foto-, Film und Symbolflut der Massenmedien, online wie offline, zu einer immer wich­tigeren Ebene der Wahrnehmung und Kommunikation geworden.

Iconic turn nennt der Kunsthistoriker Gottfried Boehm diese Macht der Bilder, vor der nun selbst die gute alte «Tagesschau» kapituliert hat: Im neuen ARD-Studio sind überlebensgroße Fotos und Filmeinspieler die Hauptakteure, die Sprecherin und ihr Text wirken beinahe marginal. Auch ins Theater kommt ein Publikum, das so bilderfixiert ist wie nie zuvor, und das steigert die Relevanz von Bühne und Kostüm – ob als Bedeutungsträger oder Bedeutungsverweigerer. Ideale Zeiten also für diesen Beruf?

Fast ideal, wären nicht sowohl das Stadttheatersystem als auch der Beruf selbst unter massivem Druck. Ein Beispiel: 2013 sollten Bühnen- und Kostümbildner plötzlich, zumindest aus Sicht des Fiskus, keine «künstlerische Autorenschaft» mehr ...

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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Ausbildung, Seite 34
von Cornelia Fiedler

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