Bremen: Das war lustig!
Cineasten sind entsetzt: Angeblich wirken aufwändige Cinemascope-Filme auf modernen Fernsehern wie billige Seifenopern. Weil die TV-Geräte digital berechnete Bilder zwischen die einzelnen Filmbilder setzen würden, um so einen flüssigeren Bildablauf zu gewährleisten; «Motion Flow», «Tru Motion» oder «Intelligent Frame Creation» heißt das. Wahrscheinlich kann man nur als echter High-End-Freak die Brisanz dieses Themas richtig einschätzen.
Jedenfalls ist es wohl so, dass Bilder auf neuen Fernsehgeräten einen eher flachen Eindruck erzeugen.
Und es fasziniert, mit welcher Kunstfertigkeit Felix Rothenhäusler diese eindimensionalen Bilder für die deutschsprachige Erstaufführung von Jonathan Safran Foers Roman «Hier bin ich» ins Theater überführt. Angefangen bei Katharina Pia Schütz’ kulissenhaft-detailgetreuer Wohnküchen-Bühne über Elke von Sievers’ immer ein kleines bisschen jenseits des Realismus angelegte Kostüme bis zur narkotisierten Performance des Bremer Ensembles: eine Seifenoper. Was vor dem Hintergrund, dass «Hier bin ich» ursprünglich gar kein Roman war, sondern ein Drehbuch für eine letztendlich nicht realisierte Serie des US-Pay-TV-Senders HBO, eine gewisse Schärfe gewinnt. ...
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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Falk Schreiber
Roberto Ciulli «Clowns unter Tage» Vögel zwitschern, Mücken sirren: Über der Erde ist die Natur noch intakt in den Ruhrgebiets-Auen. Mit Stühlen und Sonnenschirmen kommen nach und nach die weißgeschminkten Gestalten als elegante Sommerfrischler herein, auf dem Weg zur trügerischen Sonntagsfeier von Wollust und Faulheit. Albert Bork als Bobo liegt in der Sonne und...
Zu Jahresbeginn fanden in Lenapehoking mal wieder zahlreiche Theaterfestivals statt. Auch «Under the Radar», dessen Symposium diesmal eröffnet wurde mit einer Runde von 70 schweigend im Kreis stehenden Kuratoren aus der ganzen Welt, die bei geschlossenen Augen einer Vertreterin der Lenape, der Urbevölkerung von New York City, andächtig lauschten. Sie erinnerten an...
Das fing doch gut an. Erst gab es Proteste, weil Milo Rau dem zwölfköpfigen Ensemble des traditionsreichsten Theaters des flämischen Belgiens kündigte – das letzte seiner Art, durchbezahlt trotz dreijähriger Schließung wegen Renovierung. Rau will, um das siebte Gebot seines Genter Theatermanifests zu erfüllen («mindestens zwei der Darsteller auf der Bühne dürfen...
