Bremen: Das war lustig!
Cineasten sind entsetzt: Angeblich wirken aufwändige Cinemascope-Filme auf modernen Fernsehern wie billige Seifenopern. Weil die TV-Geräte digital berechnete Bilder zwischen die einzelnen Filmbilder setzen würden, um so einen flüssigeren Bildablauf zu gewährleisten; «Motion Flow», «Tru Motion» oder «Intelligent Frame Creation» heißt das. Wahrscheinlich kann man nur als echter High-End-Freak die Brisanz dieses Themas richtig einschätzen.
Jedenfalls ist es wohl so, dass Bilder auf neuen Fernsehgeräten einen eher flachen Eindruck erzeugen.
Und es fasziniert, mit welcher Kunstfertigkeit Felix Rothenhäusler diese eindimensionalen Bilder für die deutschsprachige Erstaufführung von Jonathan Safran Foers Roman «Hier bin ich» ins Theater überführt. Angefangen bei Katharina Pia Schütz’ kulissenhaft-detailgetreuer Wohnküchen-Bühne über Elke von Sievers’ immer ein kleines bisschen jenseits des Realismus angelegte Kostüme bis zur narkotisierten Performance des Bremer Ensembles: eine Seifenoper. Was vor dem Hintergrund, dass «Hier bin ich» ursprünglich gar kein Roman war, sondern ein Drehbuch für eine letztendlich nicht realisierte Serie des US-Pay-TV-Senders HBO, eine gewisse Schärfe gewinnt. ...
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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Falk Schreiber
Tschechow natürlich! Sie würde gerne einmal Tschechow spielen, sagt Svetlana Belesova. Fürs Vorsprechen hatte sie den Schlussmonolog der Nina aus der «Möwe» erarbeitet, den Text zweisprachig, Russisch und Deutsch, eingeübt. Das war durchaus ungewöhnlich, aber es überzeugte. Sicher auch, weil diese Nina so viel Svetlana war – und umgekehrt: das Suchen nach einem...
Den Anfang macht eine Zirkusnummer: Eine Frau im märchenhaften Kinderkleid wird nur an den Haaren hängend aus der Versenkung in den Bühnenhimmel gezogen, dabei dreht sie sich wie tanzend um sich selbst. Wir sind, so scheint es, in einer Art Kinderbelustigung für Erwachsene. Sechs Gestalten, einheitlich grell geschminkt, kichern und lassen die Zungen kreisen....
Gab es jemals so ein sauberes, neu sein wollendes Bühnenbild von Anna Viebrock? Die Rahmen und Portale des Kastens sind frisch gestrichen, zwischen Hellblau und Türkis laviert die eine Farbe, zum sanften Crème will die andere. Nur ein bisschen dunkles Holz bleibt aus dem alten Leben übrig. Und die Szenerie ist ungewohnt ausreichend ausgeleuchtet. Trotz der offensiv...
