Body Art: Schmerz und Scherz
Aua, das tut doch weh! Florentina Holzinger steht in ihrer jüngsten Arbeit «Apollon» nackt an der Rampe und haut sich mit dem Hammer einen acht Zentimeter langen Nagel in die Nase. Ihre Kollegin Evelyn Frantti, ebenfalls nackt, schiebt sich einen beunruhigend langen Luftballon in den Schlund, der durch den Körper zu wandern scheint. Sie zieht die leere Hülle aus ihrer Vagina. Halt, das geht doch gar nicht, oder?
Die Performances der Wiener Künstlerin Florentina Holzinger, Jahrgang 1986, haben einen doppelten Boden. Schmerz und Scherz liegen nahe beisammen.
Holzinger liebt Theatertricks, die oft direkt aus der in der Performance eigentlich verpönten Welt des Zirkus und der Freakshows kommen. Aber um Genre-Grenzen hat sich die Extremperformerin, die in Holland studiert hat, ohnehin noch nie gekümmert: Schweißtreibende Akrobatik, die dem Trendsport CrossFit ähnlich sieht, wird durch beinahe kitschig-schöne Bilder unterbrochen, pornografische Szenen (eine Anal-Polonaise mit Dildos) sehen mitunter irritierend unschuldig aus.
Bereits mit ihrer ersten Arbeit «Kein Applaus für Scheiße» (2011) – gemeinsam mit dem Niederländer Vincent Riebeek entstanden – traf popkulturelle Lässigkeit (Songs ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Karin Cerny
Ein Mann kommt abends zur Tür herein, zurück in den Schoß der Kleinfamilie, und sieht sich selbst am Tisch sitzen. Verständlicherweise reagiert er nicht gerade begeistert, zumal die Restfamilie so tut, als wäre alles in Ordnung. So beginnen spätestens seit der Romantik Identitätskrisen, die den scheinbar festgefügten Alltag aus den Angeln heben. Bald werden sich...
Hat man schon mal einen Dramatiker erlebt, der die Sprache einen «Horror» nennt und dabei mit Wittgenstein argumentiert, dem Logikfreak und Sprachphilosophen? Österreicher, meint der Österreicher Thomas Köck, würden der Sprache so fremd gegenüberstehen, dass sie ihr nur auf der Ebene des Horrors begegnen, sonst würden sie gleich gar nicht reden. Und das könne man...
Aachen, Grenzlandtheater
14. nach Rostand, Cyrano de Bergerac
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
16. nach Fassbinder, Die bitteren Tränen der Petra von Kant
R. Martin Schulze
22. Dlé, Android ergo sum (U)
R. Florian Hertweck
24. Schiller, Die Räuber
R. Ewa Teilmans
Augsburg, Theater
10. Ripberger, 1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s halt scheiße...
