Body Art: Schmerz und Scherz
Aua, das tut doch weh! Florentina Holzinger steht in ihrer jüngsten Arbeit «Apollon» nackt an der Rampe und haut sich mit dem Hammer einen acht Zentimeter langen Nagel in die Nase. Ihre Kollegin Evelyn Frantti, ebenfalls nackt, schiebt sich einen beunruhigend langen Luftballon in den Schlund, der durch den Körper zu wandern scheint. Sie zieht die leere Hülle aus ihrer Vagina. Halt, das geht doch gar nicht, oder?
Die Performances der Wiener Künstlerin Florentina Holzinger, Jahrgang 1986, haben einen doppelten Boden. Schmerz und Scherz liegen nahe beisammen.
Holzinger liebt Theatertricks, die oft direkt aus der in der Performance eigentlich verpönten Welt des Zirkus und der Freakshows kommen. Aber um Genre-Grenzen hat sich die Extremperformerin, die in Holland studiert hat, ohnehin noch nie gekümmert: Schweißtreibende Akrobatik, die dem Trendsport CrossFit ähnlich sieht, wird durch beinahe kitschig-schöne Bilder unterbrochen, pornografische Szenen (eine Anal-Polonaise mit Dildos) sehen mitunter irritierend unschuldig aus.
Bereits mit ihrer ersten Arbeit «Kein Applaus für Scheiße» (2011) – gemeinsam mit dem Niederländer Vincent Riebeek entstanden – traf popkulturelle Lässigkeit (Songs ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Karin Cerny
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