Besser gut zuhören

Chemnitz läuft sich mit seinem neuen Theaterfestival «DRIP – Der Rahmen ist Programm» warm als Kulturhauptstadt 2025

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Kaum zu glauben, dass es in Chemnitz so viele Nachtclubs gibt. DJane Fuxia führt das Theaterpublikum mit lässigem Techno von Ort zu Ort, ihr DJ-Pult ist ein schwarzer Einkaufswagen mit Boxen und blinkenden Sternen. Auf der Bühne im Weltecho, im ersten Stock eines wunderschönen Gründerzeit-Baus, zeigt das Chemnitz-brasilianische Ensemble Enois 15 Minuten schmerzhaft-stolzen Tanz über Identität. Im düsteren Keller des Brauclub verwandelt der Puppenspieler Jan Mixsa Küchengeräte in wütend krakeelende Querdenker.

Im coolen Eck-Etablissement «Nikola Tesla» trägt die Performerin Teresa Stelzer Gedichte der Chemnitzerin Barbara Köhler vor und lässt Glasränder erklingen. 

Zumindest ein paar Mitbürger schließen sich der Clubtour an, die Theater an neue Orte und zu neuen Zuschauern bringen will. Aber es ist nicht einfach in dieser Stadt, bestätigt auch Frauke Wetzel. Sie sitzt im Vorstand des Vereins «Asa-FF», der das Festival veranstaltet und sich in Chemnitz für Demokratieentwicklung einsetzt, mit Akteuren der Zivilgesellschaft Kontakt aufbaut, Start-ups unterstützt oder Geschichte aufarbeitet, etwa den NSU-Terror. Bekanntlich lebte das Terroristen-Trio im Chemnitzer «Untergrund» ziemlich ...

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Theater heute 10 2022
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Dorothea Marcus

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