Aus dem Kartoffelfeuer
Am Ende sitzt Oskars Großmutter mit ihren vier Röcken, unter denen sich auch mal ein Verfolgter verstecken kann, wieder am Kartoffelfeuer und hält eine Knolle in die Glut. Wie schon in der Einstiegsszene – der Regisseur Armin Petras gibt seiner Bühnenbearbeitung von Günter Grass’ «Blechtrommel» einen zyklischen Schluss. Politische Geschichte wiederholt sich? Womöglich; aber jedenfalls auch ihre private Subversion. Es ist ein Funken Trost gleichsam als Zugabe zu dieser Grass-Freske, die in kulturellen Untergang und kriegerische Zerstörung führt.
Petras inszeniert seine Dramatisierung des Romans, mehr Abriss als umfassende Auseinandersetzung, in Prag zum ersten Mal selbst: mit einem narrativ soliden, ästhetisch sanft in die Groteske zielenden Zugriff. Im Theater am Geländer, mitten in der Prager Altstadt, steht ihm dafür ein tolles Ensemble zur Verfügung, neun junge Spieler:innen, die die weitgehend epischen Monologstrecken mit performativem Charme umsetzen, ausgesprochen abwechslungsreich und mit hintersinnigem Humor. Ein Vergnügen in dem ausverkauften Haus.
Nach der Parlamentswahl
Und, eben, vielleicht auch eine Spur Trost in einer Zeit, in der in Europa wieder Krieg herrscht und ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Andreas Klaeui
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