Auf der Suche nach einer guten Revolution
Was ist los in Frankreich? Samstag für Samstag demonstrieren die Gilets Jaunes, aller Polizeigewalt zum Trotz, und schlagen die Luxusboutiquen an den Champs-Elysées kurz und klein. Und im Theater endet ein Stück mit der unverblümten Aufforderung zu «einer schönen Revolution» und wird vom Publikum an einem frühlingshaft sonnigen Sonntagnachmittag mit frenetischem Applaus gefeiert.
«Je crois qu’il faudrait une bonne révolution», lässt Edouard Louis seinen Vater am Ende von «Wer hat meinen Vater umgebracht?» räsonieren.
Das Buch ist ein langer Monolog, eine Anrede an den Verstorbenen, in der Louis seine schwierige Geschichte mit dem Vater aufarbeitet. Die Kindheit, als er beim Nachhausekommen hoffte, das Auto des Vaters stehe nicht vor dem Haus. Die gegenseitigen Enttäuschungen, zum Beispiel, wenn er sich für Vaters Geburtstag als Popsängerin verkleidete. Endlich so etwas wie Annäherung und Respekt für die unterschiedlichen Welten, in denen beide nunmehr lebten. Edouard Louis betrachtet die Vaterbiografie getreu seiner Bourdieuschen Schulung und im Sinn seines Freundes Didier Eribon unter dem Signum des sozialen «Verdikts»: die Mechanismen der gesellschaftlichen Unterwerfung, die ...
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Theater heute Juni 2019
Rubrik: International, Seite 38
von Andreas Klaeui
Plötzlich steht da dieser kleine Körper auf der Bühne. Eigentlich ist Maybelle schon vor Stückbeginn tot: Ihr Name steht groß auf der Bühnenrückwand, der untere Strich des letzten Buchstabens zieht sich lang hin und bricht dann plötzlich ab wie ein Kardiogramm. Doch Regisseurin Anna Bergmann bringt die kleine Tochter des Musikerpaares Elise und Didier als...
Au weia. Hat man so etwas nicht auch schon gesagt? Vom «blauen fleur de sel» geschwärmt, den Wein als «lecker» gepriesen, womöglich über die Vorzüge von Dinkel referiert? Über das Posing durch Postings auf sozialmedialen Kanälen gelästert, jemanden vorschnell des Antisemitismus verdächtigt, den womöglich einzigen Homosexuellen auf der Party ausdrücklich um seine...
Aachen, Das Da Theater
20. Hübner, Gretchen 89 ff.
R. Maren Dupont
Aalen, Theater der Stadt
9. Projekt, Verführung ist die wahre Gewalt
R. Tina Brüggemann, Jonathan Giele und Petra Jenni (Spaziergang)
Ansbach, Theater
29. nach Goldoni, Der Diener zweier Herren
R. Nicolas Dabelstein
Baden-Baden, Theater
22. Schiller, Don Karlos. Infant von Spanien
R. Maximilian von...
