Nebenfach Überleben
Was nützt das beste System, solange der Mensch so ein Schwein ist?», heißt es einmal in Erich Kästners «Geschichte eines Moralisten» «Fabian». Womit die Position des Protagonisten schon ziemlich gut umschrieben ist: Jakob Fabian, promovierter Germanist und (bald arbeitsloser) Werbetexter, spürt, was Ende der 1920er in Berlin politisch aufzieht, er verachtet die Dummheit und die Brutalität der Faschisten, aber das grundsätzlich positive Menschenbild der Kommunisten lehnt er ebenfalls ab.
Fabian ist ein Pessimist, und wenn Dušan David Parízek Kästners 1931 erschienenen Roman jetzt unter dem Originaltitel «Fabian oder Der Gang vor die Hunde» im Deutschen Schauspielhaus Hamburg inszeniert, dann lässt sich daraus auch ein pessimistischer Blick auf die Gegenwart schließen.
Parízek beschäftigt sich schon länger mit dem Stoff. Im Programmheft beschreibt der Regisseur, dass «Fabian» bereits Ende der Neunziger am Prager Kammertheater ein Thema für ihn gewesen sei, die Hamburger Inszenierung war zunächst für die Saison 2024/25 angekündigt und wurde dann um ein Jahr verschoben. Entsprechend konzentriert bis hermetisch kommt der Abend daher: Die Geschichte ist gestrafft, das Figurentableau auf ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 11
von Falk Schreiber
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