Am Schnittpunkt von Kunst und Realität
Ich traf ihn – Wilfried Minks – in Berlin, wenige Tage vor der Premiere zu Hochhuths «Soldaten», er machte dort das Bühnenbild. Man hatte munkeln gehört, dass der Autor nicht gerade entzückt gewesen sei, als er bei den Proben zum ersten Mal Minks’ Bühne sah, er hatte sich, man kann das auf vielen Seiten Szenen-Beschreibung in der Buchausgabe nachlesen, alles viel atmosphärischer vorgestellt, eine romantische Terrasse vielleicht wie bei Tschechow, eine Kathedrale wie von Feininger gemalt.
Aber das kann ich nicht, sagte Minks zu mir, ich kann nicht Atmosphäre produzieren, ich hab es mit einem Raum zu tun, ich habe Raum und Licht, sonst nichts, die müssen «rein» erhalten bleiben, damit darf ich nicht mogeln. Wenn mir der Autor vorschreibt: Mondweiße Nacht, da bin ich ganz hilflos, da kann ich ihm nur ein Transparent anbieten und draufschreiben: Mondweiße Nacht. Ich muss doch ehrlich umgehen mit dem Material und den Formen, die ich habe.
Die kleine Geschichte ist kennzeichnend für die Arbeit von Wilfried Minks. Es tauchen die Schlüsselworte darin auf: Raum, Reinheit, Ehrlichkeit, Material, Form – das ist das geistige und ästhetische Koordinatensystem für die Bühne von Minks. Reinheit: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2018
Rubrik: Wilfried Minks, Seite 47
von Ernst Wendt
Aachen,
Grenzlandtheater
25. Christa, Agilo und Dangl,
Winterrose
R. Udo Schürmer
Aalen, Theater der Stadt
14. Zeh, 203
R. Marcus Krone
28. nach von Bassewitz,
Auf zum Mond
R. Sigfried Hopp
Altenburg/Gera, TPT
22. Kling, Die Känguru-Chroniken
R. Alexander Flache (Gera)
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
8. Kleist, Das Käthchen von Heilbronn
oder Die Feuerprobe
R. Tamara...
wir begreifen die ruinen nicht eher,
als bis wir selbst ruinen sind.
heinrich heine
gelobt seist du niemand
paul celan
das stück spielt in keinem garten nahe wien, der von keinem zaun umgeben,
in dem keine exotischen gewächse sich ranken.
zwischen keinen blüten, die keine verführerischen düfte verbreiten
und keinen früchten, die nur der zierde dienen.
in keinem...
Dieser Blick, überlegen, lauernd, unheimlich – dass der Kerl im Seidenanzug beruflich irgendwas mit schwarzer Magie macht, glaubt man sofort. Tartini heißt der zwielichtige Zampano aus Thomas Arzts neuem Stück «Die Anschläge von nächster Woche». Dominik Lindhorst-Apfelthaler spielt ihn in der Heidelberger Uraufführung mit einer Spur von Wahnsinn in den immer etwas...
