Alphamädchen und Terror-Frau

Andreas Kriegenburg rockt «Franziska» von Frank Wedekind an den Münchner Kammerspielen, und Martin Kusej müht sich mit David Mamets «Die Anarchistin» am Residenztheater

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Im vorgerückten Alter erinnert man sich gern an glorreiche (Schand-)Taten aus der Jugendzeit, das ist bei Menschen nicht anders als bei Theaterinstitutionen, und so begehen die Münchner Kammerspiele ihre Jubiläumssaison zum hundertjährigen Bestehen mit einer Reihe von Neuinszenierungen seinerzeit mehr oder weniger skandalumwitterter Werke, die das literarische Profil des Hauses entscheidend mitgeprägt haben.

Den Anfang machte im Dezember Frank Wedekinds sonst selten gespieltes «moder­nes Mysterium» «Franziska», frisch arrangiert von Andreas Kriegenburg, folgen werden noch «Bauern Sterben» von Franz Xaver Kroetz in der Regie von Armin Petras und Marieluise Fleißers «Fegefeuer in Ingolstadt» (das allerdings erst 1977 an den Kammerspielen aufgeführt wur­de), inszeniert von Susanne Kennedy.

In den turbulenten Anfangsjahren vor dem Ersten Weltkrieg war der notorische Bürgerschreck Wedekind für die aufstrebende Schwabinger Bühne (die Kammerspiele residierten damals noch in der Augustenstraße) ein willkommenes Zugpferd, und wenn er wie in diesem Fall auch noch selbst auftrat, zusammen mit seiner Frau Tilly in der Titelrolle, war der Erfolg ebenso vorprogrammiert wie der werbewirksame ...

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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Silvia Stammen

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