Von den Füßen auf den Kopf
Kaum einer bürstet derzeit das gute alte wellmade play so ausdauernd und radikal gegen den Strich wie der britische Dramatiker Dennis Kelly. Von vorne nach hinten erzählen – gut und schön, aber warum nicht mal von hinten nach vorn wie in «Liebe und Geld»? Dokumentarische Techniken einbauen durch Interviews und Recherche – sicher, ein Klassiker der modernen Dramentechnik.
Aber warum nicht mal unauffällig ein Dokustück faken und schauen, was in «Taking Care of Baby» («Kindersorgen»,abgedruckt in TH 3/09) so passiert? Die Stücke des 40-jährigen Kelly basieren oft auf gar nicht mal so komplizierten formalen Kniffen, die jedoch den Blick auf ihr Mittelschichtspersonal auf den Kopf stellen. Und das kann der Mittelschicht, die schließlich selbst im Publikum sitzt, nicht schaden.
Hat sie oder hat sie nicht?
In «Kindersorgen» spielt Kelly auf ziemlich perfide Weise mit jener Mischung aus Neugier und Empörung, die den durchschnittlichen Mediennutzer befällt, wenn er von Fällen wie dem der Donna McAuliffe erfährt. Binnen kurzer Zeit hat die junge Mutter ihre zwei kleinen Kinder verloren. Die Polizei sperrt sie als Mordverdächtige ins Gefängnis, doch das Gericht spricht sie mangels Beweisen ...
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Wenn man Stücke trinken könnte, dann hätte ich gerne eine Flasche vom Kirschgarten»: Tilmann Köhlers «Liebeserklärung an den Kirschgarten» kann man auf der Website des Dresdner Staatsschauspiels nachlesen, wo der junge Hausregisseur jetzt seinen ersten Tschechow inszeniert. Altmeister Wolfgang Engel hat sich indessen nach Weimar begeben, wo er den Verschwörungen in...
Franz Wille Wie lange hat denn diesmal die letzte Jury-Sitzung gedauert?
Christoper Schmidt Circa sechs Stunden. Wir haben etwas später angefangen, weil drei Juroren am Abend davor noch in einer Vorstellung in Essen waren und der Zug wieder mal Verspätung hatte.
FW In diesem Jahr hat in den letzten Wochen eine besonders heftige Reiseaktivität eingesetzt.
Schmidt...
Es ist ja auch ein Fluch, Künstler in New York zu sein. Jedes Jahr im Januar fliegen zig Kuratoren, Veranstalter, Festivaldramaturgen über den Atlantik auf Entdeckungsreise, wenn neben «Under the Radar» am Public Theater und «Coil» am PS122 auch diverse kleinere Festivals neue amerikanische, meist nicht-dramatische Theaterarbeiten aus New York präsentieren. Und...
