Zwischen Herz und Konzept

Das Impulse Festival für Tanz, Theater und Performance bleibt auch 2026 seinem Ost-West-Schwerpunkt treu, schließt kluge Kooperationen und sucht Wege aus der Theaterblase

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Gemütlich schläft es sich im Eisenbahn-Waggon in Frankfurt/Oder, einer von zehn zum Theater umgebauten, ozeanblauen Zugteilen. Mitten auf einer stadtnahen Industriebrache, im tiefsten Osten an der Grenze zu Polen, ist er krachend und donnernd zum Halten gekommen; die hier schreibende Theaterjournalistin durfte vor Festivalbeginn zu Gast sein. «Hüttenwerk» heißt die Premiere, und kaum vorstellbar ist, dass an diesem Pfingstsonntagmorgen jemand auf der betonierten Ödnis zum Theatergucken vorbeikommt.

Doch Punkt 11 Uhr sind trotz sengender Hitze in Frankfurt/Oder fast alle Zuschauerplätze besetzt.

In kleinen Gruppen werden wir von Waggon zu Waggon geschleust, wo eine Szenencollage von Zeitzeugenberichten der Stahlindustrie gezeigt wird. Zwar ist «Das letzte Kleinod» eine langgediente Theatergruppe aus dem westlichen Norddeutschland, genau gesagt: Salzgitter, Gründer und Regisseur ist Jens-Erwin Siemssen. Doch ihre Tiefschürfungen in Sachen DDR-Historie haben vor Ort ein Stammpublikum, zum elften Mal spielen sie in Frankfurt/Oder und Eisenhüttenstadt, die Begeisterung der Zuschauer ist offensichtlich. Viele singen die Lieder mit, sprechen teilweise die Sätze mit, entzücken sich an ...

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Theater heute Oktober 2026
Rubrik: Festivals, Seite 20
von Dorothea Marcus

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