Zurückgeschickt
Es ist grotesk. Auf der Bühne sitzt eine überdimensionierte fette Puppe, gebaut von Priska Praxmarer. Ganz in weiß, nackt, mit aufgenähten Brustwarzen stellt sie den Alkoholiker Wolfgang vor, der zusammen mit zwei anderen Straftätern beim Pfarrer einquartiert ist. Neben Monsterpuppe Wolfgang streifen noch die dünne Hemdchenpuppe Hashem und der Neonazi Gunther, bei dem ein Streifen schwarzes Klebeband als Markierung reicht, über die Bühne – kongenial gespielt von Armin Kopp und Phillippe Nauer.
Sie hauchen nicht nur den Puppen ihr Bühnenleben ein, sondern machen aus aus dem tragisch-dramatischen Filmstoff von «Adams Äpfel» in der Inszenierung von Dirk Vittinghoff einen ebenso berührenden wie furiosen Ritt durch Klischees und Vorurteile.
«Jenseits von Gut und Böse» feierte seine Deutschlandpremiere auf der 22. Leipziger Euro-Scene. Es ist ein Stück voller Brüche und intelligent konterkarierter Behauptungen der Berner Kompagnie Kopp/Nauer/Vittinghoff. Mit spielerischer Leichtigkeit kitzeln Kopp und Bauer die emotionalen Punkte heraus, um bloß einen Wimpernschlag später alles zu hinterfragen, zu kommentieren und zu relativieren. Leitmotiv ist, frei nach Nietzsche, die philosophische ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Torben Ibs
2./Mittwoch
20.15 ARD: Das andere Kind Zweiteiliger Fernsehfilm von Stefan Dähnert nach Charlotte Link, mit Marie Bäumer, Hannelore Hoger, Clemens Schick u.a., Regie Urs Egger (2. Teil am 3., Donnerstag)
13./Sonntag
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