Kiosk statt Delikatessen
Die Existenz des Wuppertaler Schauspiels war bedroht, Spartenschließung angekündigt. Ist es nun gerettet? Gerettet durch Intendantenkündigung? Die Erneuerung des Wuppertaler Theaters hatten sich die Stadtpolitiker vor fünf Jahren von der Wahl Christian von Treskows (Schauspiel) und Johannes Weigand (Oper) als Intendanten gewünscht. Jetzt wurden die Verträge beider am Ende ihrer dritten Spielzeit nicht verlängert. Waren sie zu konservativ? Treskow hat mit einem stringenten Spielplan, der auf Aktualität setzte, dem Wuppertaler Publikum viel Gegenwart zugemutet.
Er hat den Spielplan auf gesellschaftliche Problemfelder konzentriert und dafür junge Regisseure gesucht. Im Opernhaus hat er große Stücke des Standardrepertoires spielen lassen (z.B. Ibsen, Tschechow, Goldoni), aber in sperrigen, intellektuell herausfordernden Inszenierungen.
Krise, Kompromisse
Die Art der Nicht-Verlängerung von Treskows Vertrag, im Eilverfahren beschlossen, brieflich, ohne Begründung, ohne Gespräch, zeigt den Respekt der Stadtverwaltung vor dem Theater. Zugleich lobt man sich dort für die Zukunftssicherung der Sparte Schauspiel.
Wuppertal ist eines der Musterbeispiele für die Krise der Kommunalfinanzen. Seit ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Gerhard Preußer
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