Zum Glühen bringen
Wo liegen die Grenzen der Kunst? Gibt es überhaupt etwas «außerhalb» von Kunst? Kunst ist frei. Ist sie vielleicht so frei, dass keine Definition sie erwischen kann? Um darüber nachzudenken, wann Kunst sich nicht mehr Kunst nennen darf, wäre ja vorerst tatsächlich zu klären: Was ist denn Kunst? Ich muss an meinen Patenonkel denken, der auf die Frage: «Was ist Tragik?», antwortete: «Weeßte, meene Kleene, bei die Fraje übakommt mich ümma son jewisset Unbehajen ...» – Ja, man ahnt bei der Frage das bevorstehende Scheitern, sollte man sich an einer Antwort versuchen.
Die Sehnsucht nach einer Formel für Kunst ist so gewaltig, dass sie zum Verzweifeln taugt; steht doch ein hungernder Kunstmarkt fingernagelkratzend vor der Tür auf der Suche nach bestem frischem Fleisch, erhoffen sich doch so viele Kreative, endlich etwas Relevantes hervorzubringen, um ihre bisherige Bedeutungslosigkeit für immer verblassen zu lassen. Es ist ein hartes Brot. Die Kunst. So viel ist sicher. Da ich auf meinem persönlichen künstlerischen Zweifelbrot lieber still und heimlich herumnage, werde ich nicht aus der erschaffenden, sondern aus der beobachtenden Position heraus versuchen, den verfluchten Begriff der ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 115
von Daniela Löffner
Europa wahrhaftig zu verteidigen bedeutet, die Idee von Europa zu schützen und eben nicht die Grenzen. Konstantin Küsperts Stück kann als ein leidenschaftliches Plädoyer für ein (europäisches) Engagement gelesen werden. Was macht Europa aus, fragt das Stück, sind es die Werte der Aufklärung, die Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Oder ist Europa nur...
In der Vorbereitungszeit auf die Intendanz von Andreas Beck am Theater Basel wurde das neue Team ab und zu in einem Hotel am Bahnhof SBB untergebracht, dessen Frühstücksraum im 8. Stockwerk liegt und bei schönem Wetter einen Blick bis zu den Höhen von Vogesen und Schwarzwald erlaubt. Lenkt der Frühstücksgast seinen Blick nicht in die Ferne, sondern einfach...
Szene acht
Am nächsten Tag.
Derselbe Raum.
Bashir und Nick. An den Tischen. Nick erklärt. Bashir hört zu und reagiert. Computer
aufgeklappt vor ihm.
Nick Das Wichtigste am Geld ist, dass die Menschen es nicht gern verlieren, Bashir. Die Menschen, die Firmen, die Regierungen.
Also suchen sie immer nach einem sicheren Ort dafür. Siebzig Jahre lang war der sicherste...
