Zukunft Tansania?
Yorgos Loukos sieht eine Spur angestrengter aus als im vorigen Jahr. Aber er ist immer noch Optimist, und er möchte lieber von Künstlern schwärmen, die er liebt, als über Schwierigkeiten und Kapitalkontrollen reden, die er nicht ändern kann. Und außerdem: Es muss weitergehen. Diesen Satz hört man in Athen in diesem Sommer sehr oft.
Ich treffe ihn am Morgen des 1. August in Epidauros.
Während der vergangenen sechs Wochen seines Festivals wurden in Griechenland die Banken geschlossen, eine Kapitalkontrolle eingeführt, die Bevölkerung in einem Referendum vor die Wahl JA oder NEIN zu neuen europäischen Sparauflagen gestellt, was das Land in einer Art postmodernen Bürgerkrieg spaltete und ein stolzes NEIN erzielte. Der Euphorie folgte eine dramatische Woche der Verhandlungen und Erpressungen in Brüssel, in denen Alexis Tsipras auf schmerzhafte Weise das NEIN in ein JA verwandeln musste.
Stefanie Carp Wie konnte das Festival überleben in diesen schwierigen Zeiten?
Yorgos Loukos Ich bin beeindruckt und bewegt, dass die meisten Künstler und Kompanien wie Romeo Castellucci, das Noh Theater oder She She Pop aus Deutschland gesagt haben: Don’t worry. Bezahle uns, wann du kannst und was du ...
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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Ausland, Seite 46
von Stefanie Carp
Am Anfang ist es so schlimm wie am Ende. Oder umgekehrt. Denn indem Anna Bergmann in ihrer Karlsruher Inszenierung von Tschechows «Drei Schwestern» zu Beginn des Abends erstmal den Schluss zeigt – Baron Tusenbach sinkt erschossen nieder –, will sie uns sagen, dass über die ganze nun folgende Geschichte das Urteil längst gefällt ist: Der Untergang ist...
Woran denke ich, wenn ich mich heute an Bert erinnere? Ich sehe natürlich den Friedhof vor mir, in diesem kleinen Ort, wo er jetzt, neben seinem Sohn, begraben ist – was für ein tief trauriges Bild. Aber ich sehe ihn auch in München im Englischen Garten stehen mit seiner Familie, ich sehe uns beide auf der Pariser Opernbühne in einem unglaublichen Buh-Orkan, ich...
Einer springt. Karim, der Palästinenser aus der ummauerten Stadt Qalqilya, aus der es keinen Weg gab ins nahegelegene Tel Aviv, ans Meer. In dieser Festung lernte er Parkour, eine Sportart, in der man sich in den Weg stellende Hindernisse durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden versucht: ein Sport, eine akrobatische...
