Zoom-Performance: Zuhause gestrandet

Forced Entertainment performen «End Meeting For All», das vierköpfige «Drei Musketiere»-Ensemble vom Münchner Residenztheater dokumentiert das komische Scheitern an einer Digitalversion

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Grau verfilzte Strähnen, unter denen ein schmales, müdes Gesicht hervorschaut: Es ist ein Monstrum von Perücke, das Claire da auf dem Kopf trägt. Kein Wunder, ist sie doch seit einem Jahr und einem Tag in Quarantäne, und der nächste Friseurbesuch vermutlich noch immer weit entfernt. So lange verlottert Claire in Homeoffice-Einsamkeit – wie so viele in diesem Frühling. Nur, dass das Zuhause nun auch als Probebühne herhalten muss: Denn eigentlich spielt Claire ja bloß die Rolle der Claire.

Und schneidet dabei nicht gut ab: Die Kolleg*innen sind so mittel-amused von ihrer Performance. Tim Etchells lächelt milde und übt sich in Zurückhaltung, Cathy Naden findet die Schauspielerei ihrer Kollegin ziemlich over the top.


Eigentlich hätte im April das neue Stück von Forced Entertainment bei PACT Zollverein in Essen uraufgeführt werden sollen, «Under Bright Light». Nun erarbeitete die britische Performancegruppe nach kurzer Schreck-Pause eine Video-Performance in drei Episoden, die von den koproduzierenden Häusern PACT, Künstlerhaus Mousontum Frankfurt und HAU Hebbel am Ufer Berlin gestreamt wurden. «End Meeting For All» ist eine Videokonferenz als Performance, die eine sehr gegenwärtige ...

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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Esther Boldt

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