Zeitarbeit

Unter dem Motto «Geteilte Zeit. Theater zwischen Entschleunigungsoase und Produktionsmaschine» verstrich die Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft in Hamburg

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Die Vorstellung begann um 8 Uhr. Als ich um 10 auf die Uhr schaute, war es erst halb 9.» (Alfred Kerr) Dass sich im Theater bisweilen die erlebte Zeit ganz erstaunlich dehnen kann, ist ein bekanntes Phänomen. Zumal das Theater seinen Besuchern meist wenig Spielraum zugesteht, die Zeit mit etwas anderem totzuschlagen als mit Theater. – Dass theaterspe­zifische Langeweile auch als homöopathisches Mittel gegen soziale Beschleunigungsprozesse ein­gesetzt werden kann, war eine von diversen Thesen auf der Jahrestagung der Dramatur­gischen Gesellschaft.

Zeit ist zwar räumlich gesprochen ein weites Feld, andererseits kann man von ihr auch nie wirklich behaupten, sie sei nicht aktuell.

Dass (das) Theater Zeit braucht, leuchtet unmittelbar ein. Aber braucht die Zeit, genauer gesagt unsere, auch das Theater? Natürlich freut sich das Theater als Subventionsempfänger, wenn Gesellschaftsexperten seine sozialhygienische Funktion («Entschleunigungsoase») entdecken. Andererseits fühlt man sich auch nicht zu Unrecht als gut geölte «Produktionsmaschine». Ob nun ausgerechnet das, was an der Institution Theater aus kulturkritischer Sicht schätzens-, auch theaterpraktisch schützenswert ist, darüber ...

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Theater heute März 2008
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Anja Quickert

Vergriffen
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