Wunst und Verschwörung
Nein, bitte keine Hommage! Die hätte er sich bitterlich verbeten. Wenn schon, dann eine demütige Demontage, mit Wiedergebrauchsanleitung womöglich ... Ein durchaus ambivalentes Verhältnis unterhalten die Münchner zum seinerzeit frenetisch gefeierten und zu Lebzeiten auch wieder vergessenen Sohn ihrer Stadt Karl Valentin, dem Größen wie Brecht und Beckett ihre Reverenz erwiesen und dessen Kunst der Komik in Sprache und Körper stets vom Schlimms -ten ausging: dem unbezähmbaren Schrecken des Alltags, gepaart mit der ewigen Angst vor dem Untergang.
Ein Leben zwischen Ruhm und Pleiten, Glanz und grummelndem Verstummen in der inneren Emigration bis zum beinahe buchstäblichen Verhungern, als ihn nach dem Zweiten Weltkrieg kaum mehr jemand sehen oder hören wollte. Gestorben ist er an den Folgen einer Lungenentzündung, die er sich geholt haben soll, als man ihn versehentlich über Nacht im eisigen Keller seiner letzten Wirkungsstätte, des Kabaretts «Bunter Würfel», eingeschlossen hatte. Was für ein Finale! Zuvor hatte noch der Bayerische Rundfunk eine geplante Hörfunkreihe kurzfristig wieder eingestellt, weil die Hörer Valentins Humor als zu pessimistisch empfanden. Dass bei der Beerdigung ...
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Theater heute Februar 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
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Wer spricht hier eigentlich? Schauspielerin Anna Rieser sitzt auf der riesigen Bühne des Wiener Volkstheaters etwas verloren auf einem Baugerüst (Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch); sie möchte mit uns Kontakt aufnehmen. Doch ihr Mikrofon gibt nur wummernde, monströse, nichtmenschliche Laute von sich. Was sie auch sagt, nichts erreicht uns, sie sendet auf...
AALEN, THEATER
28. Zeh, Corpus delicti
R. Tina Brüggemann
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD-VON-WINTERSTEIN-THEATER
4. Schiller, Kabale und Liebe
R. Jan Holtappels
ANSBACH, THEATER
11. Brecht und Weill, Die Dreigroschenoper
R. Axel Krauße
BADEN-BADEN, THEATER
10. Kafka, Der Verschollene
R. Birga Ipsen
17. Hierzegger, Die Notlüge
R. Jenke Nordalm
BAUTZEN,...
