«Wir wollen gebraucht werden»
Die zehn Jahre der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus waren ein Test der Fähigkeit zur Resilienz eines deutschen Stadttheaters. Resilienz eines Materials, einer Person, einer Organisation ist die Fähigkeit, nach durch äußere Einflüsse bedingter, vorübergehender Instabilität wieder zum stabilen Zustand zurückkehren zu können. Aber bei einer gesellschaftlichen Institution wie dem Theater kann es nicht die Rückkehr zum alten Zustand sein. Auch scheinbar statische Gesellschaften sind immer im Fluss.
Auch eine Institution wie das deutsche Stadttheater, dem oft Starrheit, Pfadabhängigkeit und ähnliche sklerotische Eigenschaften zugeschrieben werden, ist immer im Fluss. Die wechselnden Fließgeschwindigkeiten kann man am Beispiel des Düsseldorfer Schauspielhauses studieren.
Als Wilfried Schulz seinen Vertrag als Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses unterschrieb, wusste er nicht, was auf ihn zukam: Drei Jahre lang war das schöne Haus nicht bespielbar, eigentlich nur wegen einer Großbaustelle unmittelbar vor dem Haus. Versuchsweise brachte der damalige Oberbürgermeister Geisel sogar den Abriss und Neubau des Hauses in die Diskussion. Schließlich wollte man ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Bilanz, Seite 48
von Gerhard Preußer
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