«Wir wollen gebraucht werden»

Die Fließgeschwindigkeit der Veränderung: Eine Bilanz nach zehn Jahren der Intendanz von Wilfried Schulz, in der das Düsseldorfer Schauspielhaus Renovierung und Corona getrotzt und das Stadttheater in Richtung Kulturhaus erweitert hat

Theater heute - Logo

Die zehn Jahre der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus waren ein Test der Fähigkeit zur Resilienz eines deutschen Stadttheaters. Resilienz eines Materials, einer Person, einer Organisation ist die Fähigkeit, nach durch äußere Einflüsse bedingter, vorübergehender Instabilität wieder zum stabilen Zustand zurückkehren zu können. Aber bei einer gesellschaftlichen Institution wie dem Theater kann es nicht die Rückkehr zum alten Zustand sein. Auch scheinbar statische Gesellschaften sind immer im Fluss.

Auch eine Institution wie das deutsche Stadttheater, dem oft Starrheit, Pfadabhängigkeit und ähnliche sklerotische Eigenschaften zugeschrieben werden, ist immer im Fluss. Die wechselnden Fließgeschwindigkeiten kann man am Beispiel des Düsseldorfer Schauspielhauses studieren.

Als Wilfried Schulz seinen Vertrag als Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses unterschrieb, wusste er nicht, was auf ihn zukam: Drei Jahre lang war das schöne Haus nicht bespielbar, eigentlich nur wegen einer Großbaustelle unmittelbar vor dem Haus. Versuchsweise brachte der damalige Oberbürgermeister Geisel sogar den Abriss und Neubau des Hauses in die Diskussion. Schließlich wollte man ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juli 2026
Rubrik: Bilanz, Seite 48
von Gerhard Preußer

Weitere Beiträge
Werden, was man tut

Früher oder später werden wir zu dem, was wir tun», erklärt der italienische Theatermacher Nicola Borghesi dem hochkonzentrierten und tief bewegten Publikum. Gemeinsam mit Enrico Baraldi, seinem Kollegen von der Theatergruppe Kepler-452, hatte er im Sommer 2024 eine Seenotrettung im zentralen Mittelmeer begleitet, an Bord der deutschen Sea-Watch 5. Und auch wenn...

Vergnügen statt Empörung

Paradox: An der «Dreigroschenoper» störte Bertolt Brecht ihr überwältigender Publikumserfolg. Die Zuschauer:innen lieben bis heute Kurt Weills unmittelbar in den Hörsog ziehende Ohrwurm-Musik, Brechts pointierte, zum Teil ins deutsche Sprichwörtertum eingegangene Songtexte, die schrägen Figuren, kurz: die gute Unterhaltung eines vermeintlich bloß amüsanten...

Premieren im Juli 26

ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHES THEATER
4. Riedel nach Lindgren, Pippi Langstrumpf

R. Martin Borowski
24. Toth und Simmler nach Maym, Das Buschgespenst
R. Jan Holtappels 

AUGSBURG, STAATSTHEATER
3. Zeller, Der Sohn

R. David Ortmann 

DUISBURG, THEATER
15. nach Rilke, Und dann und wann ein weißer Elefant – Figurentheater mit Livemusik,

R. Sebastian Kautz,...