In wendigen Zeiten

Jette Steckel bringt Klaus Manns Roman «Mephisto» auf die Bühne der Münchner Kammerspiele, und Ewelina Marciniak inszeniert Jarosław Murawskis Bearbeitung von Oscar Wildes «Salome» im Cuvilliétheater

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Die Wirklichkeit nicht in Ruhe lassen», so lautete das anfängliche Motto der Münchner Kammerspiele unter der Intendantin Barbara Mundel (die auch die Geschichte ihres Hauses und die Schick -sale der vielen von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Mitarbeiter nicht ruhen lässt). Inzwischen jedoch überwiegt das Gefühl, dass die Wirklichkeit uns nicht in Ruhe lässt, sondern kaskadenhaft in immer neue Dystopien stürzt.

Da mag Klaus Manns «Mephisto» aus dem Jahr 1936 der Roman einer Karriere sein – der des begabten Provinzschauspielers Hendrik Höfgen, der sich, um weiterspielen zu können, den Nazis auf den Schoß setzt, und natürlich nicht zufällig Ähnlichkeit mit Manns früherem Freund und Schwager und dem späteren Ge -neralintendanten Gustaf Gründgens hat. Er ist aber auch der Roman einer Zeit, die einem gera -de verteufelt nah auf die angespannten Nerven rückt, eine Selbstbefragung im Sinne von Wie hältst du’s mit den Rechten?, wenn sie denn tatsächlich, was ja nicht mehr ausgeschlossen erscheint, erneut in die Schaltkreise der Kunstund Kulturförderung vorrücken sollten.

Jette Steckel hat daraus in München einen dreieinhalb Stunden lang gefährlich rund laufenden ...

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Theater heute April 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Silvia Stammen

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