Der Tod der Drittelbraut
Da ist dieses Tattoo auf dem Rücken einer Toten, das eher ein Gemälde sich rankender Pflanzen zu sein scheint. Dann diese Technoszene und eine Menge Drogen, verbunden mit dem seltsamen Gefühl, am nächsten Tag nicht zu wissen, was in der Nacht zuvor los war. Das mit dem Vergessen funktioniert zwar auch mit Rotwein, ist aber längst nicht so sexy wie ein Absturz mit Crack, Crystal Meth, Heroin, Kokain oder Ecstasy.
Die Frauenleiche im Landwehrkanal zum Beispiel, die dort etwas mehr als ein Jahrhundert nach Rosa Luxemburg im Wasser treibt, könnte eine real existierende Tote sein, vielleicht ist sie aber auch nur die halluzinatorische Ausgeburt eines Hirns, das sich auch deshalb so gut mit Drogen auskennt, weil es im Körper eines Drogenfahnders steckt. Tommy, so sein Name, steht demnächst selbst vor Gericht und hat gerade nicht wirklich was zu tun, außer sich Techno Beats und einem Berlin hinzugeben, das so divers und multiethnisch ist, wie es München nie wird sein können.
Der Mann, dessen Polizistenehre sich im Drogenrausch verflüchtigte, hat mit kolumbianischen Zeichnerinnen, kroatischen Dachdeckern, syrischen Informatikern, indischen Feuerspuckerinnen und russischen Mystikern zu ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Bücher, Seite 33
von Jürgen Berger
Stephen Parker, der englische Literaturkritiker und kürzlich emeritierte Germanist an der Cardiff University, Verfasser einer kompetenten und gut lesbaren, 2018 auch in deutscher Übersetzung erschienenen Brecht-Biografie, hat jetzt im Wallstein Verlag das auf Französisch in Kalifornien verfasste so genannte «Journal amoureux» von Friedrich Wilhelm Wedekind...
Sie war Dramaturgin, Übersetzerin, Produzentin, eine Kämpferin und Aktivistin. Sie setzte sich ein für die Rechte der Unterdrückten. Ob die Unterdrückung von der Regierung kam oder von einem Facebook-Post, egal: Anna Lengyel ergriff stets sehr energisch Partei bei öffentlichen Diskussionen.
Zur Welt kam sie in Budapest, in einer bekannten Literatenfamilie. Als sie...
Der vorliegende Text entstand im Rahmen einer Inszenierung an der Volksbühne Berlin. Die Premiere am 19. Februar 2021 fand als 360°-Live-Stream statt. In der Aufführung trat die Meeresbiologin und Erdsystemforscherin Antje Boetius in der Rolle der Pythia auf. Die entsprechenden Texte stammen von ihr und sind Spiegel aktueller wissenschaftlicher Kommunikation. Die...
