Wider die losen Holluncken

Mit Paul und Pawel und Jacob Böhme gegen den neuen Populismus

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Du musst deine Arbeit lieben», hat der Bühnenbildner Tobias Wartenberg mal zu mir gesagt. Bevor ich ans Theater kam, hatte er, damals Ausstattungsleiter an der Neuen Bühne Senftenberg zur Zeit der Intendanz Sewan Latchinians, für mich eine Tabelle angelegt: links die Vor-, rechts die Nachteile des neuen Jobs als Dramaturg. Die rechte Spalte – dreimal so lang wie die linke. Ich habe trotzdem unterschrieben und diese Entscheidung keinen Tag bereut.

Warum denke ich heute daran? Es ist Jahre her, und ich bin in Görlitz. Seit Mitte Mai spielen wir «Gatsby!» nach F.

Scott Fitzgeralds großem Roman. Mit viel Schweiß und Kraft haben wir die Geschichte vom Sterben des amerikanischen Traums in den mit 4000 Quadratmetern eher kleinen Teil einer in der Gründerzeit erbauten und seit Jahrzehnten leerstehenden Maschinenfabrik gesetzt. Ohne die Menschen am Theater, die ihre Arbeit lieben, hätten wir diese «riesengroße Party» nie realisieren können. Sie steckt allen noch in den Knochen.

Jetzt, am letzten Juni-Wochenende, leisten wir uns eine Pause von diesem Spiel. Von der Arbeit nicht. Auf der Promenade, unmittelbar an der Altstadtbrücke, die seit 2004 beide Ufer der Neiße wieder miteinander ...

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Theater heute August-September 2025
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Martin Stefke

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