What a wonderful World
Elfriede Jelinek, «Asche»
Schon der Titel macht wenig Mut –und Elfriede Jelineks «Asche» seinem/ihrem Namen alle Ehre: Verlust und Niedergang auf vielen Ebenen. Da wäre der Tod des Lebensgefährten, den das dramatische Ich erleben muss, das bei Elfriede Jelinek immer eine komplizierte Angelegenheit ist. Da wären die allfälligen Alterungs- und Zerfallsprozesse am eigenen Körper, die so natürlich wie unaufhaltsam sind.
Da wäre nicht zuletzt der Zustand unseres Planeten, der im einvernehmlichen Zusammenwirken von Klimakatastrophe und Müllepidemie recht zügig vor die Hunde geht. Und da wären vor allem diese lächerlichen Menschen, die ihr Anthropozän zu nichts anderem benutzen als den Ast, auf dem sie leben, gründlich abzusägen. Und da wären schließlich diese langen Sprechstrecken, liebevoll Sprachflächen genannt, die das Publikum jederzeit unter sich zu begraben drohen mit ihren dichten, ineinander verwobenen Inhalten. Asche, wohin man sieht.
Angesichts dieser Ausgangslage ist es ein kleines Wunder, was der Regisseurin Jette Steckel, ihrem Team und ihren vier Schauspieler:innen vom Hamburger Thalia Theater gelungen ist: ein konzentrierter, kurzweiliger Abend, der den Text sinnfällig ...
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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Mülheimer Theatertage, Seite 34
von Franz Wille
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