Weniger bringt mehr

Die Laiendarsteller der Realityformate

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Heute: Wirklichkeitsflimmern! Die Wirklichkeit ist von vornherein so beschaffen, dass man sofort mit ihr spielen möchte, auch als Kind. «Vater, Mutter und Kind» ist die Form für die unmittelbare Umsetzung häuslicher Frustrationen und Konflikte ins Spiel. Die Abbildung ist der erste Schritt zur Bewältigung. Dabei muss der Wirklichkeitsbezug unmittelbar und direkt sein. Mit der Nachbarstochter hat mir «Vater, Mutter und Kind» früher wenig Spaß gemacht, weil die Konflikte, die sie einbrachte, einfach nichts mit meinem Leben zu tun hatten.

Im Spiel mit ihr habe ich, wie man heute in den interaktiven Multimedia-Spielwelten sagen würde, ständig weggezappt. Kinder sind ungeduldige Zuschauer und Mitspieler.

 

Die so genannten «Realityformate» der Privatsender sind die Übersetzung dieser Kinderspiele in Entertainment für erwachsene Kinder. Heerscharen von Laiendarstellern bevölkern die Fernsehstudios. Fernseh-Privatdetektive, die eben noch echte Privatdetektive waren, hetzen, von Minikameras an der Sonnenblende ihrer Prachtkarossen beschattet, verdächtigen Personen hinterher, begehen fröhliche Akte von Hausfriedensbruch und rangeln mit gespielten Schwerverbrechern. In diesen ...

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Theater heute August/September 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 89
von Robin Detje

Vergriffen
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