Die furchtlose Liebe zum Ländle
Stuttgart hat eine beneidenswerte Mitte, mit Neuem Schloss, Landtag, Oper, Schauspielhaus, Württembergischem Kunstverein und neuerdings dem Glaskubus des Kunstmuseums, alles im oder am Schlosspark, mit flachem See, viel Rasen, im Sommer dicht bevölkert. Während «Theater der Welt» ist auch der See bevölkert, bestückt mit einem Steg, auf dem Steg eine Bar, Sitzschalen, Tanzfläche und eine Bühnenskulptur, mit bunten Lichtern.
Kess wurde eine Hafenbar installiert im Treffpunkt Kunstverein, und auf dessen sonst so öder Rasenfläche zum See hin entbrennt allabendlich ein kommunikativer Kampf um die rot-weiß gestreiften Liegestühle.
Aus der Mitte Stuttgarts heraus wurde auch gedacht. Württemberg war früher Auswanderungsland, viele Schwaben emigierten in die USA – schon entdeckte Festivaldirektorin Marie Zimmermann den Stuttgarter Binnenhafen als Spielort und schickte den Fotografen A.T. Schaefer auf große Schiffsreise «Neckar aufwärts – New York voraus». Das geht tatsächlich, von hier per Schiff nach New York. Schaefers klare, schöne Nah- und Fernsichten sind optische Kennung des Festivals und verleihen ihm die weltläufig maritime Note.
Die schwäbische Regierungshauptstadt hat bei ...
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Theater heute August/September 2005
Rubrik: Festivals Theater der Welt, Seite 11
von Ulrike Kahle
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