Was gewusst werden muss

Christine Umpfenbach lässt in «Urteile (revisited) – Nach dem Prozess» die Familien der Opfer zu Wort kommen

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Selten war dokumentarisches Arbeiten am Theater so wichtig und richtig am Platz wie im Fall von «Urteile» von Christine Umpfenbach und Azar Mortazavi. Bereits 2014, ein Jahr nach Beginn des NSU-Prozesses im Marstall des Münchner Residenztheaters uraufgeführt, hatte im Herbst 2021 am gleichen Ort die um Reaktionen auf die Urteilsverkündung erweiterte Fassung unter dem Titel «Urteile (revisited) – Nach dem Prozess» Premiere.

Der Text basiert auf Gesprächen, die Umpfenbach mit Angehörigen, Freunden und Kollegen der beiden Münchner NSU-Opfer, Habil Kilic und Theodoros Boulgarides, aber auch mit einer Journalistin, einem Polizeireporter, der Schuldirektorin und Rechtsanwälten geführt und im Nachgang zusammen mit ihrer Co-Autorin Mortazavi behutsam bearbeitet und zu einem stringenten Ablauf collagiert hat. 

Dabei werden nicht nur die persönlichen Auswirkungen des skandalösen Behörden- und Medienversagens während der Ermittlungen beleuchtet, sondern auch den doppelt Leidtragenden aus dem nahen Umfeld der Opfer erstmals Gehör in der Öffentlichkeit verschafft, wie es bisher so nicht geschehen war: auf Augenhöhe, mit Respekt und Einvernehmen und gleichzeitig geschützt durch eine ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Der NSU-Komplex, Seite 44
von Silvia Stammen

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