Was fehlt?

Widerspruch belebt: Drei Kritiker:innen schreiben, was ihnen beim TT 2023 fehlt

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Diebe der Zeit
Alexander Giesches Visual Poem zu Michael Endes «Momo» in Zürich
Je langsamer du gehst, desto schneller kommst du voran, sagt die Halbstundenprophetin Kassiopeia bei Michael Ende. In Zürich ist die Schildkröte ein ausgesprochen niedlicher Roboterhund, der sich nahtlos zwischen virtuellen Welten und dem Bühnenuniversum zu bewegen versteht, die Zuschauer:innenherzen fliegen ihm zu. Der Weg ist das Genießen: wie beim Straßenkehren.

Die Geschichte von den Zeit-Dieben und dem Kind Momo, das die gestohlene Zeit zurückbringt, wird in Alexander Giesches «Visual Poem» aller digitalen Affinität zum Trotz aber nicht zur Metapher auf Metaverse oder Zeitsparkassen-Agenten aus dem Silicon Valley. Auf der Hand liegende Interpretationshilfe bietet dieser Abend so wenig wie narrativen Saaldienst. Stattdessen: Ausflüge in Gestaltungsräume digitaler und analoger Natur, als Performance und als Zeitvertreib, und immer mit deutlichem Bewusstsein für seine Mittel. 

Da gibt’s für die Technik – die sich mit Bildschirmen und Mischpulten vor dem ersten Tribünenrang aufreiht wie in einem zeitgenössischen Orchestergraben – auch mal Pancakes, frisch gebacken vom Ensemble, wahlweise mit ...

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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Best of, Seite 30
von

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