Warum nicht Robbie Williams?
Wenn ein 12-jähriges Mädchen ohne Gegenwehr zulässt, dass ein erwachsener Mann Sex mit ihr hat. Wenn dieses Mädchen dem Mann sogar nachgestellt und ihn bedrängt hat. Wenn sie schließlich von zuhause fortläuft, um mit ihm zu fliehen. Ist das dann sexueller Missbrauch oder so etwas wie Liebe?
Ray war vierzig, als er bei einem Grillfest im Nachbargarten Una kennenlernte. Sie war an diesem Tag gedrückter Stimmung, und er bemühte sich, sie aufzuheitern. Die Aufmerksamkeit dieses Erwachsenen gefiel Una.
«Ich wollte, dass du mein Freund wirst», erinnert sie sich fünfzehn Jahre später. «Ich wollte neben dir im Auto sitzen und in die Stadt kutschiert werden. Und dass mich alle sehen.» Ray versuchte, diese Schwärmerei zunächst abzuwehren. Dann traf er sich doch mit Una. Im Park. Sie war es, die ihn ins Gebüsch lockte. Er aber brachte die Decke mit und öffnete ihren Reißverschluss. «Du wusstest, was Liebe ist», blickt er zurück. «Du wusstest, was du wolltest.»
«Blackbird» heißt David Harrowers neues Stück, das letzten Sommer unter der Regie von Peter Stein beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurde. Blackbird bedeutet Amsel, und die ist, informiert das Programmheft der Schaubühne, an der ...
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Da stehen sie in einer Reihe. Bevor in Hannover das große Schlachten anhebt, befinden sich Richard Gloster, seine künftigen Opfer und deren Angehörige auf Augenhöhe. Ein jeder spricht ein paar alarmierte Thesen von Baudrillard oder Giorgio Agamben und trägt so sein Scherflein zur Gegenwartsdiagnose bei, derzufolge wir sexuell, politisch und ästhetisch komplett auf...
Seit September hat das Wiener Volkstheater einen neuen Direktor. Diesen Satz konnte man zuletzt vor siebzehn Jahren schreiben, als mit Emmy Werner erstmals einer Frau die Leitung einer großen Wiener Bühne übertragen worden war. Zum Nachfolger der Langzeitintendantin wurde der Wiener Regisseur und Schauspieler Michael Schottenberg berufen. Keine besonders...
Sein Haus, seine Gäste, seine Frau. Der Mann, Jean Hervey, ist zufrieden. Der Zuschnitt, den er seinem Leben gegeben hat, ist auf korrekte Weise luxuriös. Von einem wohlhabenden Erwerbsbürger dieser Jahre um 1900 erwartet man nichts anderes. Und das wärmt sein konformitätsbedürftiges Herz, was wiederum die stärkste Emotion sein dürfte, derer er fähig ist.
Mit...
