Im Behaglichkeitsbollwerk
Sein Haus, seine Gäste, seine Frau. Der Mann, Jean Hervey, ist zufrieden. Der Zuschnitt, den er seinem Leben gegeben hat, ist auf korrekte Weise luxuriös. Von einem wohlhabenden Erwerbsbürger dieser Jahre um 1900 erwartet man nichts anderes. Und das wärmt sein konformitätsbedürftiges Herz, was wiederum die stärkste Emotion sein dürfte, derer er fähig ist.
Mit Wohlgefallen lässt er sein Auge über die festliche Belle-Epoque-Szene schweifen.
Vorbei an Kristall, Porzellan und Tafel-Linnen, Dekolletees, Hemdbrüsten und plaudernden Mündern sucht die Kamera ihren gewundenen Weg, bis sie endlich auf der Hausherrin, auf Isabelle Huppert, zur Ruhe zu kommt. Edle Blässe, abwesendes Lächeln, makellose Erscheinung. Das vielreihige Perlencollier unterstreicht das Schwanenmäßige des Halses, das filigrane Ohrgehänge die Zartheit der Figur. Makellos ist sie auch als Gastgeberin: Ein Bonmot von ihr – und die Konversation hat wieder eine Richtung. Jean Hervey kann sich zurücklehnen. «Seine Frau ist das schönste Stück seiner Sammlung», bemerkt dazu der Erzähler - mit einer Ironie, die an den bornierten Herrn Hervey verschwendet wäre, den kundigen Betrachter von außen aber hinweist auf die ...
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Ein Schubladendasein brauchen junge Autoren, die heute für die Bühne schreiben, längst nicht mehr zu fürchten. Nach Zeiten stiefmütterlicher Vernachlässigung kann man inzwischen fast schon von einem besonders innigen Verhältnis zwischen dem schreibenden Nachwuchs und den texthungrigen Theaterinstitutionen sprechen. Nicht zuletzt hofft man, mit den Stücken der...
Titelgebende Tiere sind in beiden Stücken, bei Ibsen ist es eine Wildente, bei Grillparzer das gehörnte goldene Fell eines Widders, geopfert wird bei beiden, geliebt, geschlachtet. In einem Stück sind die Menschen so irrsinnig dicht in ihren Lebenslügen verstrickt, dass der Ausweg nur noch in einem Zerschneiden des Knotens, im Tod, liegen kann, im andern sind es...
Der Nitsch ist ja der bekannteste Maler Österreichs. Aber das ist ein ganz normaler und angenehmer Mensch, sehr gescheit, gebildet und gemütlich. Sehr gemütlich!» Der ältere Herr, der dies seinen deutschen Nebenstehern voller Bürgerstolz zu Protokoll gibt, ist zwar nicht unbedingt in Orgienstimmung, aber doch sichtlich in Festtagslaune und wild entschlossen, sich...
