Von Palast zu Palast

Die Gruppe Paper Tiger Studio inszeniert im Humboldt Forum «Revolution: Stachel im Fleisch», eine performative Installation rund um eine chinesische Papierrolle aus dem 18. Jahrhundert

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Das kleine rote Büchlein, das der ehemalige Palastkoch Hans-Jürgen Schreiber gegen Ende der Performance im Publikum verteilt, ist so ziemlich das Gegenteil einer Mao-Bibel. Zusammengesetzt aus Schlüsselwörtern und Fragmenten, beschreibt es unter anderem den Blick von Ost und West aufeinander: «Sowohl die Chinoiserie als auch ihr Gegenstück, die Européenerie, basierten auf einer oberflächlichen und selektiven Kenntnis des Anderen, die aus einer kleinen Anzahl von Büchern und visuellen Informationen gewonnen wurde.

Vielleicht war es gerade dieses bruchstückhafte Wissen, das dazu führte, dass sich China und der Westen gegenseitig als Märchenland betrachteten.»

Die aus Peking stammende freie Theatergruppe Paper Tiger Theatre Studio um den Regisseur Tian Gebing setzt sich in ihrer performativen Installation «Revolution: Stachel im Fleisch» mit diesem Dialog der Blicke analytisch auseinander. Ursprünglich hatte der einstige Karlsruher Dramaturg Jan Linders die Gruppe beim «Theatertreffen in China» 2017 kennengelernt. Nach seinem Wechsel als Programmleiter zum Humboldt Forum schlug er der mittlerweile nach Berlin gezogenen Gruppe vor, zu einem frei aus den Sammlungen gewählten Objekt ...

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Theater heute Juli 2023
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Eva Behrendt

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